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Patoro Vintage Perfecto

Das Format der Patoro Vintage Perfecto nennt sich „Perfecto“ (130 mm, Ring 48). „Perfectos“ haben einen spitzigen Zigarrenfuss und einen spitzigen Zigarrenkopf und sind in der Mitte demnach dicker. Um dieses Format zu rollen braucht es die erfahrendsten Torcedores (Roller). Das ist ein sehr exklusives Zigarrenformat und hat dementsprechend auch seinen Preis. Weshalb ist der Preis bei dieser Cigarre einiges höher als andere Perfectos anderer Marken? Die Tabakpflanzen werden ohne Pestizide grossgezogen und werden nicht küsntlich gedüngt. Die natürlichen Pestizide sind Maispflanzen, die zwischen den Tabakpflanzen angebaut werden. Des Weiteren sind es nur sehr wenige Roller, die dieses exklusive Format rollen. Der Tabak ist mindestens drei Jahre reifegelagert.

Patoro Vintage Perfecto

Die Betrachtung

Sie fällt auf, die Feuerwehrrote Anilla mit dem Stern. Als ertses dachte ich: „Russisch? Chinesisch?“ Nein, die Patoro Vintage Perfecto wird in der Dom.Rep. hergestellt.  Die rote Anilla ist auf Hochglanz getrimmt, was auf mich persönlich eher „bilig“ wirkt. Sehr edel hingegen wirkt die zweite Anilla auf mich: „Vintage“ steht drauf; Matt und strukturiert ist das Papier und gefällt mir ausserordentlich gut.

Das Maduro Deckblatt ist etwas grobadrig. Der Zigarrenfuss ist extrem locker gerollt, das zieht sich fast zur Mitte hin und ich kriegte die Krise. Aber: Meine Krise verflüchtigte sich buchstäblich im Rauch, ein paar Minuten nach dem Anzünden. Doch alles der Reihe nach.

Der Kaltduft ist floral-süsslich und der Kaltzug ebenso. Interessant.

Patoro Vintage Perfecto

Patoro Vintage Perfecto

 

Das Glimmen

Den zigarrenkopf schneide ich mit der Cigarrenschere an, aber nur einen kleinen Zipfel, weil ich befürchte, dass der Zugwiderstand viel zu hoch sein würde. Dies hat sich nicht bestätigt – zum Glück! Die Cigarre ist ab der Mitte hin zum Cigarrenkopf perfekt gerollt. Vorsichtig mit der Jetflamme entzündet führe ich die Cigarre ihrer Bestimmung zu. Der Brandrand ist zunächst perfekt und gerade und wird mit der Zeit wellig und Schiefbrand stellt sich ein. Den darf ich den ganzen Smoke über mit der Flamme vorsichtig „befeuern“. Erst gegen Schluss ist dies nicht mehr notwendig. Der Rauch ist üppig beim Zug und geht danach sehr schnell zurück.

Die Asche ist dunkelgrau gemasert und sie hält… und hält… und hält… Unglaublich! Das nenne ich einen echten Qualitätsnachweis – hervorragend!

Patoro Vintage Perfecto

Patoro Vintage Perfecto

Der Geschmack

Die Cigarre startet sanft würzig und „röstig“, eine sehr schöne Balance! Nasal sind die Röstaromen noch herrlicher! Der Smokeverlauf ist bei meinem Exemplar: Sie startet und bleibt etwa bis zur Mitte medium-stark. Röstaromen, Erde, „matt“, sanft bitter (angenehm), schöner Tabakgeschmack; Sehr angenehme Geschmacksmelange und eine sehr schöne Balance! Etwa ab der Mitte wird diese Melange intensiver und die Cigarre wird medium-stark bis stark. Zartbitter, Erde und „röstig“ dominieren. Gegen Schluss ist sie eindeutig als stark zu bezeichnen.

Ich möchte noch einmal auf die Haltbarkeit der Asche zurück kommen: Das ist doch der Wahnsinn, oder? 😀

Patoro Vintage Perfecto

Insgesamt

Ich war doch angenehm überrascht – ja schon fast erleichtert – als der Zugwiderstand sehr gut war. Ein toller, genussreicher Smoke von medium stark bis stark, torfig, zartbitter, vollmundig. Sehr schön. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich diese Premiumcigarre im fast schon oberen Preissegment einmal gönnen möchte. Sie ist es jedenfalls wert.

Patoro Vintage Perfecto

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij

La Antiguedad Toro Gordo

Toro Gordo, 152 mm, Ring 60 – boxpressed. Die La Antiguedad Toro Gordo ist ein echter Blickfang! In schützendem Cellophan gehüllt fühlt sie sich irgendwie „cool“ an.

 La Antiguedad Toro Gordo

Die Betrachtung

Als erstes fallen mir die beiden Anillas auf.  Die reich verzierte obere Anilla ist nicht mein persönlicher Geschmack; Dafür ist sie um so reicher an Details und Verziehrungen. Die rote Anilla am Cigarrenfuss gefällt mir schon eher. Diese wird mit einem Stück Klebeband zusammengehalten. Die La Antiguedad Toro Gordo duftet süsslich nach Heu und schönem Tabak. Das Deckblatt ist sauber verarbeitet, vielleicht etwas grobadrig.

 La Antiguedad Toro Gordo

 

Die Kappe am Zigarrenkopf scheint mir nicht sonderlich sorgältig angebracht zu sein. Sie klebt nur an einer Stelle. Ein Lochen kommt nicht in Frage und ein Schnitt mit dem Cutter auch nicht. Dafür müsste ich einen zu grossen Schnitt machen und ich befürchte, dass der Zugwiderstand dann viel zu schwach sein würde. Also nehme ich die Kappe vorsichtig ab.

 La Antiguedad Toro Gordo

 

Jetzt loche ich sie mit dem Davidoff Rund-Cutter (mittleres Loch). Da schaut mir ja was entgegen: Eine recht dicke Blattader!

 La Antiguedad Toro Gordo

Das Glimmen

Der Abbrand ist wellig und Schiefbrand stellt sich ein. Die horizontale Lage der Cigarre bringt mich nicht weiter. Den ganzen Smoke über darf ich den Schiefbrand mit der Flamme bekämpfen. Im Verlauf des 1. Drittels ist sie mir nach etwa 3 Minuten ausgegangen, das war wohl zu viel des Guten. Das erneute Anzünden brauchte etwas Geduld. Die Asche ist ausreichend fest und fällt nach etwa 2 – 3 cm ab. Etwas Vorsicht ist geboten.

 La Antiguedad Toro Gordo

Der Geschmack

Im Kaltzug ist sie süsslich, ein ganz klein wenig würzig. Der Zugwiderstand ist sehr leicht. Die Raumnote (Aroma) duftet etwas „brandig“. Der Smoke entwickelt sich: Die Würze auf der Zunge gefällt mir, etwas Salz auf den Lippen und ich erahne einen Hauch Süsse ganz weit im Hintergrund. Diese Süsse bleibt für den Rest des Smokes verborgen, sie entwickelt sich nicht weiter bei meinem Exemplar. Nasal ist sie sehr stark würzig, sonst nichts.

Der Pfeffer bleibt lange auf der Zunge liegen, er ist nicht bissig. Im Verlauf des Smokes kommt etwas „Erde und Torf“ geschmacklich hinzu und einwenig Röstaromen. Der Mund wird im Verlauf des ersten Drittels ein wenig trocken. Im Verlauf des Smokes stösst diese Trockenheit an meine Grenzen, mehr dürfte es nicht sein.

Sie wird medium-stark, erfährt jedoch keine weitere Entwicklung.

 La Antiguedad Toro Gordo

Insgesamt

Sie ist ein imposanter Anblick! Der Zugwiderstand ist mir zu schwach und sie entwickelt sich kaum im Verlauf des Smokes. Nun, wir werden keine Freunde 🙂 Wer jedoch eine kräftige und würzige (pfeffrige) Cigarre liebt und eine Konstanz mag, der kommt hier voll auf seine Kosten!

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij

Vegueros Entretiempos

Die Vegueros werden ausschliesslich im Vuelta Abajo, in Pinar del Rio gefertigt, in der Region, in der die Farmer (Vegueros) ihre eigenen Zigarren herstellen. Touristen waren von diesen Zigarren so begeistert, dass man sich 1997 entschloss die Marke Vegueros ins Leben zu rufen. 2012 stand sie vor dem Aus, doch ein Jahr später wurde sie in drei neuen Formaten wieder eingeführt. Seit Sommer 2014 sind die kubanischen Zigarren nun auch bei uns erhältlich. Verpackt sind sie in Blechdosen zum 16er-Bundle im Zellophan.

Vegueros Entretiempos

Äusserlich ist die Vegueros Entretiempos recht unscheinbar mit ihrem hell- bis mittelbraunen, matten Deckblatt und der nicht sonderlich speziellen Bauchbinde. Im Kaltzustand sind vor allem Holz und etwas Heu zu vernehmen. Diese beiden Aromen prägen denn auch die ersten Züge. Eine Menge Holz, Heu und kurz getrocknetes Gras, aber unspektakulär und sehr trocken. Zwischendurch sind leicht cremige Nuancen zu vernehmen mit zartbitterem Nachhall. Es kommt schliesslich Pfeffer hinzu, weisser, und nussig wird sie mit einem Hauch, aber wirklich nur einem Hauch, Kaffee versehen.

Der Zug ist wie die Zigarre selber auch, eher leicht, der Abbrand bis zum letzten Viertel problemlos mit einer etwas lockeren mittelgrauen Asche. Hinten raus wollte die Kleine (Format 110mm mit Ringmass 52, eine Petit Edmundo also) ein bisschen zicken und ich musste zwei mal kurz nachzünden.

Zur Vegueros Entretiempos habe ich ein irisches Murphys Red getrunken und meine, dass sich dieses leichte Bier mit seiner weichen Süsse recht gut mit der ebenfalls leichten Zigarre ergänzt. Somit ist es endgültig klar: Ja, die Vegueros ist ein eher leichter Stumpen. An die Raffinesse von den meisten Kubanerinnen kommt die Zigarre zwar nicht heran, will sie wahrscheinlich auch gar nicht, aber ein Probieren ist sie (bei Preisen von CHF 8.00 für die Entretiempos, CHF 7.00 für die Tapados und CHF 5.50 für die Mananitas) ganz sicher wert, wenn sich die Kubagemeinde hier zweifelsohne auch eher spalten wird. Ich werfe das Kind jetzt aber mal in den Brunnen und behaupte, dass die Vegueros Entretiempos von einigen Monaten Lagerung sicher profitieren wird.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Tatuaje Black Label Corona Gorda

Eine Neuheit von Tatuaje: Ein Jar mit der Tatuaje Black Label Corona Gorda. Sehnsüchtig von der Fan-Gemeinde erwartet und endlich lieferbar! Viel Marketing um zu wenig Cigarren-Geschmack? Lass uns gemeinsam auf Entdeckungs-Tour gehen. Aber so viel sei jetzt gleich verraten: Hätte ich die Cigarre mit einer Augenbinde verkostet, hätte ich vermutet, dass sie von Kuba sei. Sagt das schon vieles über dieses Prachtstück?

Tatuaje Black Label Corona Gorda

Die Betrachtung

Das Maduro Deckblatt mit der dezenten Anilla lässt „Understatement“ vermuten. Ob die Vermutung stimmt? Auffallend ist natürlich, dass am Zigarrenkopf das Deckblatt überlappend zusammengefaltet ist. Das Deckblatt ist etwas grobadrig. Die Zigarre scheint perfekt gerollt zu sein, nicht zu fest, nicht zu locker. Die Anilla ist zweifarbig Schwarz und Weiss. Schlicht und dünn ist sie. Der Kleber hält schlecht und sie fällt nach einigen Minuten bereits von selbst ab (bei meinem Exemplar zumindest). Alles in allem schaut die Cigarre cool aus.

Tatuaje Black Label Corona Gorda

Die Asche

Sie ist wunderschön! Fast weiss, sehr fest; Die Tabakblätter sind perfekt gerollt. Ein schöner Kegelbrand zeigt, dass der Ligero Tabak korrekt in der Mitte gerollt wurde. Der auftretende leichte Schiefbrand korrigiert sich von selbst, dreht man die Cigarre in die Horizontale (mit dem Schiefbrand nach unten). Man kann sie ruhig bis fast drei Minuten liegen lassen, sie geht nicht aus. Die Rauchentwicklung beim verkosten ist üppig und fest, aber die Cigarre beruhigt sich sehr rasch und kaum Rauch steigt danach aus ihr empor. In den letzten Zentimetern korrigiere ich den Schiefbrand vorsichtig mit der Flamme.

Tatuaje Black Label Corona Gorda

Der Geschmack

Gleich nach dem Anzünden machen sich starke, sehr angenehme Röstaromen bemerkbar: Brennendes Holz, eindeutig. Wunderbar. Einfach wunderbar. Sie schmeckt zu Beginn angenehm würzig, etwas Salz und voller, „tiefer“ Tabakgeschmack breitet sich auf meiner Zunge und den Lippen aus. Nasal ist eindeutig Ammoniak vorhanden; Dieser Duft und „Geschmack“ macht sich danach mehrere Minuten sanft bemerkbar, obwohl ich nasal die Verkostung nicht weiter führe. Danach ist dies jedoch verflogen.

Mit der Zeit erfährt diese unglaublich tolle Geschmacksmelange eine Steigerung: Leichte Süsse mischt sich darunter und die Tatuaje Black Label Corona Gorda bleibt etwas salzig. Sie wird jetzt deutlich medium in der Stärke und der Tabak wird voller, und „tiefer“. Blind verkostet (und ich meine wirklich „blind“ mit einer Augenbinde), hätte ich jetzt gesagt: „Kubanisch“. Weit gefehlt! Sie kommt aus Nicaragua.

Etwa ab der Hälfte bis zum Schluss wird sie „erdig“ und „torfig“ (aber nicht bissig, sondern sehr ausgewogen), nussig, süsslich-salzig, würzig…sensationelle Balance! Sie wird medium-stark und gegen Schluss eindeutig stark. Das Nikotin ist deutlich spürbar, ich fühle mich etwas „beschwippst“ – HERRLICH…hahahaha… 😀

Tatuaje Black Label Corona Gorda

Insgesamt

hahahahaha….siehst du das BREITE Grinsen in meinem Gesicht? Renn los und besorge dir von der Tatuaje Black Label Corona Gorda so viel du kannst. Ich wette, das Teil wird DER Renner!

Tatuaje Black Label Corona Gorda

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij

Casa Magna Colorado Gran Toro

Ein cooler Smoke, der medium-stark beginnt und hervorragende herb-florale bis süsslich-florale Geschmacksnuancen hervorbringt. Die Casa Magna Colorado Gran Toro ist ein ausgezeichneter Genuss.

Casa Magna Colorado Gran Toro

Der „offizielle“ Text des Herstellers lautet: Die Casa Magna wurde 2008 von Manuel Quesada, welcher seit 1974 Zigarren in der Dominikanischen Republik herstellt, und Nestor Plascencia, dem grössten Tabakproduzenten in Nicaragua, ins Leben gerufen. Noch im gleichen Jahr kürte das renommierte Zigarrenmagazin „Cigar Aficionado“ die Robusto der Colorado-Serie zur Zigarre des Jahres 2008.  Für die Casa Magna war dies der Auftakt zu einer enormen Erfolgsgeschichte in den Staaten.

Die Betrachtung

Die Zigarre ist in Cellophan verpackt. Das Deckblatt ist wunderschön Maduro-Braun und ist perfekt verarbeitet. Vielleicht etwas dicke Blattadern. Die Anilla ist dreifarbig: Gold, Schwarz und etwas Gold und ist leicht geprägt. Die Papierdicke ist perfekt. Nicht zu dünn, nicht zu dick. Der Duft ist herbal, das Deckblatt fühlt sich leicht ölig an. Wunderbare Haptik.

Casa Magna Colorado Gran Toro

 

Das Glimmen

Das Deckblatt ist übersät von kleinsten, dunklen Punkten. Diese werden bei der Asche die sogenannten „kristallinen Punkte“ hervorbringen. Der Rauch ist üppig, der Abbrand-Rand ist wellig und man muss ihn bis etwa zur Hälfte der Zigarre immer wieder mit der Flamme behutsam korrigieren. Die Asche ist hellgrau mit dunkelgrau gemastert. Das Deckblatt hebt sich zwischendurch von der übrigen Asche ab; Das erklärt irgendwie den immer währenden Schiefbrand.

Casa Magna Colorado Gran Toro

 

Der Geschmack

Zu Beginn etwas würzig und etwas salzig. Nasal ist sie der „Burner“ 😀 Sie ist recht würzig und brennendes Holz untermalt dieses Erlebnis. Einfach toll! Der Smoke entwickelt sich bis etwa zur Hälfte der Zigarre: Die Würze bleibt, Zartbitter nimmt die Führungsrolle ein, eine sanfte salzige Geschmacksnuance im Hintergrund und eine sanfte herbale Nuance ergeben eine wunderbare Geschmacksmelange. Ein schöner Tabakgeschmack entwickelt sich weiter und eine florale Süsse beginnt an zu wachsen. Sehr schön! Sie ist immer noch Medium-stark und gegen Ende wird sie stark; Der Nikotinspiegel lässt grüssen. Etwa ab der Hälfte bis zum Schluss wird die Süsse noch mehr floral, das herbe Zartbitter vermischt sich damit und ergibt ein ganz wundervolles Geschmackserlebnis.

Casa Magna Colorado Gran Toro

 

Insgesamt

Ein toller Smoke, eine tolle Zigarre, und ein tolles etwa 100 Minuten Geschmackserlebnis. Ein Lächeln in meinem Gesicht ist dafür der Beweis 🙂 Unbedingte Kaufempfehlung!

Casa Magna Colorado Gran Toro

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij