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Pitbull Carlito

Das Markenzeichen der Pitbull Carlito ist der Wollfaden, der die Zigarre statt einer Anilla schmückt. Hinter Pitbull steht Cyrill Pelletier, seines Zeichens Tabakhändler aus Paris. Für die bei Nicarao gefertigten Zigarren werden ausschliesslich Tabake aus Nicaragua verwendet, die eine ausgedehnte Fermentation über sich haben ergehen lassen ehe sie verarbeitet werden. Die Pitbull Carlito ist 140mm lang mit einem 54er Ringformat, also ein rechter Klöpper, der für rund 2 Stunden Rauchgenuss steht.

Die Zigarre ist wunderschön gerollt, das zeigt einerseits der Blick an die Front der Zigarre, andererseits das matte, grob strukturierte und schokoladenbraune Deckblatt.

Pitbull Carlito

Nach dem Anzünden machen sich sogleich eine süss-sauerliche, prickelnde Fruchtigkeit, aber auch blumige und ganz wenig erdige Noten bemerkbar. Der Zug ist von beginn weg vorbildlich und ich freue mich auf das, was mir die Pitbull Carlito noch bescheren mag.

Pitbull Carlito
Wir vernehmen einen Hauch Gewürznelke, Honig, leichte Kaffeenoten, die genauso zart und unaufdringlich sind wie die (Milch!)Schokolade-Süsse. Feine Anklänge von Zitrusfrüchten und ein üppiger, voller Rauch begleiten den Gaumen desweiteren. Die Fruchtigkeit ist durchgängig präsent und macht also den ganz besonderen Reiz der Carlito aus. Sehr harmonisch, crémig, fein auf der Zunge und mit einer Leichtfüssigkeit, die ich noch selten so geschmeckt habe.

Pitbull Carlito
Lässt man die Zigarre ein paar Minuten stehen, neigt sie im ersten Drittel zu etwas Bitterkeit. Kurz degasen und schon ist diese wieder verfolgen. Im späteren Rauchverlauf ist davon nichts mehr zu spüren.

Die Asche der Pitbull ist fast weiss, fest und der Abbrand zeigt einen perfekten Kegelbrand, Zeichen von bestem Handwerk und hochwertigem Tabak.

Die Pitbull Carlito ist eine wundervolle Premium Zigarre, kein Schwergewicht, auch nicht was das grosse „N“ anbelangt. An einem warmen Sommerabend, wie an jenem, an dem ich sie schmauchen durfte, auf alle Fälle ein wahrhaftiger Genuss.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Chinchalero Culebras

Ein tolles Erscheinungsbild sind die neuen „Krummen“ Chinchalero Culebras. Die zu dreien geflochtenen, zusammengebundenen und mit einer grossen Bauchbinde ausgestatteten Zigarren sind in einem kleinen Holzkistchen erhältlich, welches mit Tabakblattschnipseln ausgeplostert ist. Macht wirklich eine tolle Falle und erfreut das Auge! Es gibt die Zöpfe auch lose oder zu 12 Stück (4x 3 Zigarren) in einer Holzkiste.chinch2Chinchalero Culebras

Eine Culebra hat in etwa das Format 146mm und 34er Grösse. Sie besteht aus Nicaragua und Honduras Tabaken und wird von einem ölig glänzenden, seidig anzufassenden Deckblatt aus Equador umfasst. Der Zug ist top, Die Asche eher locker, was bei dünneren Zigarren gerne der Fall ist und kein Zeichen eines qualitativ nicht sauber hergestellten Stumpens – die Chinchaleros sind Handmades und natürlich Longfiller.chinch1

Geschmacklich sind die 30 Minüter etwas ganz Feines. Wunderbar süss mit Noten von Milchkaffe und Zeder, frisches, saftiges Heu, füllig, harmonisch und samtig weich im Mund, ideal für einen kurzen, gemütlichen Smoke zwischendurch. Und ist die Zigarre zu Ende geraucht, hat man auch schon wieder Lust auf mehr. Ein gutes Zeichen. Viel mehr, als dass die Kleinen schlicht und ergreifend lecker sind, gibt es zur Chinchalero Culebras eigentlich nicht zu schreiben.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Die Nichtraucher-Siegerzigarre

Eine Kolumne von Phil:

Es gibt sie, die Zigarrenraucher, die nur zu ganz besonderen Anlässen einen Stumpen anzünden. Zur Geburt eines Kindes, zu Weihnachten, am Geburtstag, zu einem gelungenen Geschäftsabschluss, zum Fussballfinale (gerade ganz aktuell). Und so weiter, und so fort. Machen wir doch zu einem ganz besonderen Essen oder einer Feier auch einen besonderen Wein oder einen Chämpis auf. Ich habe das jahrelang so gemacht: Nach Beendigung eines mit viel Stress und Druck verbundenen Auftrags gab es zur Eigenbelohnung eine Zigarre. Später auch nach Fertigstellung eines Bildes. Die Wucht der Nikotinstärke liessen meine „Nichtraucher“-Birne ganz schön in Drehung versetzen, aber hey, das bekommt auch eine Flasche Wein locker hin.

Heute ist das ein wenig differenzierter, ich rauche mehr und auch gerne mal eine Pfeife (immer noch als „Nichtraucher“, jawohl…) und geniesse die ein und andere Zigarre wöchentlich. Dabei versuche ich es mir allerdings immer noch zu einer kleinen Besonderheit zu machen, nehme mir bewusst die Zeit oder lasse es sein, wenn es gerade arg zu stressig ist. Schliesslich und endlich soll es ein Genuss bleiben, dem man besonders gut fröhnen kann, wenn der Moment stimmt und die Zeit dafür da ist. Davon abgesehen kann ich mir einen „ganz besonderen Zigarrenmoment“ aufsparen, etwa nachdem wir ein Fussballspiel gewonnen haben. Danach ist eine Siegerzigarre, nein, eben nicht Pflicht, sondern zum gemütlichen und erfolgreichen Ausklang geworden – und keiner der Platznachbarn, im Sommer ist es freilich umso schöner, motzt. Im Gegenteil, ich muss immer zwei, drei Köstlichkeiten zusätzlich dabei haben, ein „oh, hast du mir auch eine?“ kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Alles Nichtraucher by the way. Und gemeinsam Feiern ist doppelt schön.

Die Zigarre ist und bleibt beim Zigarrenraucher etwas besonderes, zelebrieren wir es doch eigentlich von Beginn an: der Auswahl des Stumpens über das Cutten, Anzünden bis zu den ersten (und letzten) Zügen und so ist letztlich eine jede Zigarre eine Siegerzigarre, oder nicht? In dem Sinne: ein frohes Fussballfest!

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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La Aurora Preferidos Platinum

Wer von La Aurora spricht, dem fällt sicher sofort die Preferidos Edition mit den wunderschönen, farbigen Tubos ein. Es gibt die La Aurora als Emerald, Sapphire, Gold, Ruby und Platinum. Letztere, die La Aurora Preferidos Platinum, soll hier kurz besprochen werden, im Hinterkopf bleibt allerdings die famose Emerald, die bei mir vor einiger Zeit eingeschlagen ist – eine wundervolle Zigarre und etwas vom Feinsten des Herstellers aus der Dominikanischen Republik.

La Aurora Preferidos Platinum

Die La Aurora Preferidos Platinum enthält als Filler Cuba, Brazilian Bahia und Cameroon Tabake, der Binder ist (bei allen Preferidos gleich) Corojo und das Deckblatt aus Kamerun. Leider hatte meine Zigarre einen Einriss im vorderen Drittel, etwas Spucke und der kleine Schaden war behoben, auch wenn es nicht nur, aber insbesondere bei einer Zigarre dieses Preisformats immer ein wenig ärgerlich ist. Es ist dennoch zu bedenken, dass wir hier einem von Hand gemachten Naturprodukt fröhnen, es kann halt vorkommen.

Zu Beginn ist die Preferidos Platinum robust und kräftig, voll und würzig mit etwas Waldbodenduft, wenig Heu. Es folgt eine kurze Phase in der sie sich etwas herb zeigt, aber auch eine feine Süsse und malzige Noten sind zu schmecken. Nach und nach wird die La Aurora Preferidos Platinum harmonischer, zeigt sich cremig und mit einem schönen Süss-Säurespiel. Nicht zuletzt durch die wundervolle Perfecto Form legen Intensität und Aromen (einiges aus der floral Abteilung wie Olive und auch ein Hauch Pfeffer) im letzten Drittel nochmals kräftig zu, die schöne Süsse bleibt aber bis zum Schluss erhalten. Und nach rund 90 Minuten bleibt einem der Mund ob des hier gezeigten beinahe offen. Eine tolle Zigarre.

La Aurora Preferidos Platinum

Die La Aurora Preferidos Platinum ist eine durchaus vielschichtige Zigarre mit einem Deckblatt versehen, das ihr zusätzlich Robustheit und Würze verleiht, die Zusammenstellung der Tabake sorgt für kräftige Aromen und eine mittelkräftige Zigarre. Die Asche zeigt sich weiss und von fester Struktur, der Zug ist an sich perfekt. Zu guter Letzt werden der Platinum auch ein paar weitere Jährchen im Humidor sicher nicht schaden.

Die Preferidos sind keine günstigen Zigarren. Ob sie den Preis schliesslich rechtfertigen, soll jeder für sich selber entscheiden, ich bin der Meinung, dass zumindest Emerald und Platinum mitunter der oberen Liga zuzuschreiben sind.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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La Flor Dominicana Double Ligero 660

Ich lese immer mit etwas Vorsicht Bezeichnungen wie „Double“ in Erwartung einer vielleicht recht starken Zigarre, wie wenn double = doppelt stark bedeuten würde. Dies bestätigt die La Flor Dominicana Double Ligero 660 allerdings nicht. Und das ist auch gut so. Sie besteht aus dominikanischen Fillern und Umblatt vom eigenen Gut und wird von einem Sun Grown Deckblatt aus Equador umschlossen. Wie andernorts schon beschrieben, ist Ligero der oberste Teil der Tabakpflanze. Ein doppelter Anteil an Ligero sollte für eine volle Zigarre sorgen.

La Flor Dominicana Double Ligero 660Der Zug ist fast zu perfekt um wahr zu sein… er dürfte wahrlich ein wenig satter ausfallen. Gegenüber einer meist etwas satter gerollten Kubanerin ist die LFD Double Ligero, hier in den Massen 117 und 60 als Gran Robusto vorliegend, etwas behutsamer zu rauchen.

La Flor Dominicana Double Ligero 660Nach dem Entzünden der schokobraun glänzenden Schönheit sind es vorerst üppige Kaffeenoten, die den Gaumen ausfüllen. Es dauert ein Weilchen bis andere Aromen durchkommen: Bitterschokolade, wenig Vanille im Hintergrund, herbale Noten. Der Rauch, den die La Flor Dominicana Double Ligero 660 entwickelt ist wie angesprochen voll und es ist viel davon vorhanden. Nur ein bedachter Zug und sofort ist der Mund gefüllt. Im zweiten Drittel fällt die Cremigkeit auf, begleitet nach wie vor von Kaffee, jetzt eher ungesüsster Capucchino. Sie ist „saftig“ und zeigt sanfte Seiten, die angenehme Strenge zu Beginn ist nicht mehr zu finden. Die Rauchangelegenheit beruhigt sich ein wenig und ein gemütlicher Smoke, der nicht weh tut und doch füllig ist, setzt sich fort. Fast bis zum Schluss setzt sich das fort ehe die Aromadichte und Stärke nochmals zunehmen und so ein tolles Finale einer gluschtigen und gelungenen Dominkanerin bilden.

Die Asche ist recht fest und zeigt, so sie denn nach ca. Der Hälfte erstmalig fällt, einen schönen Kegelbrand. Man kann die Dicke problemlos einige Minuten liegen lassen und den Genuss erneut aufnehmen ohne den Jetflame zu bemühen. Ohnehin braucht es das Feuer nie mehr, alles brennt sauber ab.

Was das Nikotin betrifft würde ich die La Flor Dominicana Double Ligero 660 als höchstens mittelkräftig einordnen.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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