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Davidoff Puro d’Oro Deliciosos

Die Puro d’Oro gehört zu den jüngeren Kreationen von Davidoff. Sie wurde 2010 herausgebracht und erfreut seitdem nicht nur die Fans der Marke. Für die Davidoff Puro d’Oro Linie entwickelte Davidoffs Hausblender Hendrik Kelner das nur für diese Serie verwendete Yamasa Deckblatt aus dem gleichnamigen Tal, welches für diesen Tabak neu bepflanzt wurde.

Soviel zur Vorgeschichte, nun aber zum Essentiellen: Wie schmeckt sie, die Davidoff Puro d’Oro mit ihrer geheimnisvollen Fillerzusammenstellung und einem Umblatt, das ebenfalls mysteriös bleibt? Als Tastingobjekt habe ich die eher kleine Davidoff Puro d’Oro Deliciosos ausgesucht, mit 17mm Durchmesser und 124mm Länge ist sie also eine Corona. Davidoff verspricht, dass jedes Format der Serie eine eigene Geschmackswelt eröffnet! Mal sehen, welche die Deliciosos auftun kann…

Schön anzusehen ist die Davidoff Puro d’Oro Deliciosos mit ihrem dunklen, leicht öligen, recht grobporigen Deckblatt und den goldenen Fuss- und Bauchbinden. Die Verarbeitung ist wie nicht anders zu erwarten perfekt ausgefallen.Davidoff Puro d'Oro Deliciosos

Sie riecht nach Kräutern und einem Hauch Schokolade. Nach dem Anzünden zeigt sie sich zunächst berauschend vollwürzig. Bitterschokolade, eine herrlich dezente Süsse und noch im 1/3 cremig. Die Qualität der verwendeten Tabakblätter ist der Puro d’Oro wahrlich anzuschmecken. Feine Noten von Rosmarin, ja gar ein ganz wenig Fenchel (horcht man ganz genau auf seine noch nicht so belegte Zunge) und ein bisschen Pfeffer zeigen sich in ihrer Würzigkeit. Nun entwickeln sich auch verstärkt Aromen von frisch geröstetem Kaffee und Nüssen. Das Nussige verstärkt sich gegen Ende.

Die Davidoff Puro d’Oro Deliciosos profitiert von einem gemütlich-langsamen Rauchvorhaben um die doch eher leicht gebaute Zigarre zu geniessen. Leicht gebaut ja, ansonsten durchaus mittelstark was den Nikotingehalt anbelangt.Davidoff Puro d'Oro Deliciosos

Insgesamt dürfte die Davidoff Puro d’Oro Deliciosos etwas mehr Volumen zeigen, etwas üppiger sein, auch wenn ein toller, bleibender Abgang Zunge und Gaumen erfreuen. Aber es ist etwas die fehlende Substanz, die der Puro d’Oro das Tüpfelchen aufs i setzen könnte!Davidoff Puro d'Oro Deliciosos

Die Davidoff Puro d’Oro scheint eine wirklich interessante Serie, wenn man bereit ist für eine Zigarre aus der Dominikanischen Republik ein weniger tiefer in die Tasche zu greifen. Grundsätzlich lohnt sich das hier schon!

Besten Dank an unseren Blogleser Phil für diesen Beitrag an dieser Stelle!

La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4

Die La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4 duftet im Kaltzustand würzig und süsslich. Ich wette, genau so wird sie schmecken. Nach dem Anzünden entfalten sich auf meiner Zunge sanfter Pfeffer und eine dominante Süsse. Nach einigen Minuten wird der Pfeffer etwas stärker und balanciert sich wunderbar mit der Süsse. Das erste Drittel bleibt sanft pfeffrig und cremig süsslich. Hervorragende Balance, Kompliment an den Master-Blender!

Blindtasting La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4

Die Rauchentwicklung der La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4 ist stark und dicht. Die Raumnote (Aroma) nehme ich nicht wahr, denn ich sitze am Strand auf den Kanaren und darf diese schöne Cigar verköstigen 🙂 Das zweite Drittel entwickelt noch mehr cremige Süsse und der Pfeffer tritt in den Hintergrund, ist aber noch präsent.

Die Asche bleibt fast 3 cm lang fest. Auf dem nächsten Bild habe ich sie auf einem Stein abgelegt und aufgeschnitten. Sie ist absolut fest und sieht wie folgt aus:

Blindtasting La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4

Fast einbisschen wie der Fels im Hintergrund!? 🙂 Deshalb habe ich die Asche eingerahmt, damit man nicht denkt, es sein ein Stein. Sieht schon cool aus, oder?

Auf der Zunge wird die cremige Süsse der La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4 omnipräsent. Das letzte Drittel ist eine Wucht: Die Cigar entwickelt fantastische Röstaromen, die sich mit dem etwas stärkeren Pfeffer und der cremigen Süsse vermengt. Super, dieses Blending, wirklich! Ich bin sehr begeistert, die La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4 macht Spass und sie schmeckt wunderbar. Deshalb: Unbedingte Kaufempfehlung für alle die süsslich, cremige Cigarren mögen. Raucht man sie langsam, schenkt sie einem die hier beschriebenen Geschmacksnuancen. Ich schätze, sie kommt aus Nicaragua (wegen der Pfeffrigkeit und der Süsse). Ob ich richtig liege?

Wie üblich wusste Vasilij nicht was er geniessen durfte. Das Geheimnis wird nun gelüftet und wir haben den Namen der Zigarre im vorhergehenden Text eingefügt. Vasilij genoss eine La Flor Dominicana Colorado Oscuro No. 4 aus unserem Sortiment.

Cigar4-01Herzliche Grüsse, Vasilij

 

Blindtasting Aging Room M-356 Mezzo

Eine neue Entdeckungsreise beginnt! Die Aging Room M-356 Mezzo duftet herrlich nach frisch nassem Heu und nach Würze. Cool, da freue ich mich! Die Haptik ist wundervoll: Leicht „pelzig“ fühlt sie sich an, super angenehm. Ich schneide sie mit der Cigarschere an und entzünde sie mit Cigarstreichhölzern. Ich weile auf Balkonien und über uns wohnen meinen Eltern. Kaum glimmt die Aging Room M-356 Mezzo höre ich meinen Vater oben rufen: „Ist das eine Montecristo?“ Ich antworte: „Ich weiss es nicht, es ist ein Blindtasting!“ „Ah“, antwortet er, „sie duftet echt super lecker!“

Die ersten Minuten sind würzig und salzig. Ich liebe diese Kombination!

Blindtasting Aging Room M-356 Mezzo

 

Das erste Drittel entwickelt sich danach weniger würzig, bleibt aber schön angenehm salzig. Der Schiefbrand korrigiert sich nicht von selbst und ich zünde nach. Die Asche der Aging Room M-356 Mezzo ist jetzt an dieser Stelle brüchig, aber sie ist fest und hält insgesamt fast 2 cm. Danach lasse ich sie in den Aschenbecher fallen. Die Raumnote (Aroma) duftet nach „tiefem“ Tabak – sehr lecker! Kein Wunder, dass sich mein Vater zu Beginn gemeldet hat 🙂

Blindtasting Aging Room M-356 Mezzo

 

Das zweite und dritte Drittel wird cremiger, die Würze nimmt wieder etwas zu. Auch etwas „Torf“ und Röstaromen von Holz sind wahrnehmbar. Wow, wundervolle Balance, die ich rund 140 Minuten geniessen durfte. Mehr möchte ich dieses mal gar nicht schreiben, denn in meinem Gesicht ist ein zufriedenes Lächeln zu erkennen. Und dieses möchte ich bis zu Ende geniessen 🙂 Welche Cigar ist es denn? Wie immer bin ich total gespannt darauf!

Wie üblich wusste Vasilij nicht was er geniessen durfte. Das Geheimnis wird nun gelüftet und wir haben den Namen der Zigarre im vorhergehenden Text eingefügt. Vasilij genoss eine Aging Room M-356 Mezzo aus unserem Sortiment.

vasilij-sw01 Herzliche Grüsse, Vasilij

Rauchige Harmonie-Davidoff Special R

Ich gestehe: Es ist etwas spezielles eine Davidoff Special R aus dem Humidor zu nehmen, so ein leichtes Kribbeln in den Fingern und im Magen. Die Stunde, oder auch mehr, die ich mir dafür vornehme, soll ein bisschen mehr als nur Kleinsterholung im tagtäglichen Stress sein. Plus, man hegt bei einer Davidoff natürlich auch immer gewisse, durchaus berechtigt hohe Erwartungen oder?

Die Davidoff Special R ist ein preislich recht „anständiges“ Probiererli (knapp unter 20 Fr. pro Zigarre), ein also durchaus potenter Relaxgönner. Als Robusto, mein Lieblingsformat, besteht sie wie es im Beschrieb heisst, aus drei unkonventionellen Tabakblättern für die Einlage (was das wohl genau sein mag aus der Dom. Republik?), einem Piloto Umblatt und dem equadorianischen Deckblatt. So weit, so gut, Equador und Davidoff, das klingt durchaus spannend.Davidoff Special R

Die Verarbeitung ist top, die Zigarre zickt keinen Moment rum. Vom ersten bis zum letzten Zug erste Sahne. Wie heisst es so schön? Zug sehr gut, Asche fest, Abbrand gerade – und die knappe Daumennagelbreite blieb übrig!

Geschmacklich komme ich mit der Davidoff Special R allerdings nicht ganz auf einen grünen Zweig. Feingliedrige Aromen zu Beginn, üppig im Rauch. Letzteres gefällt! Etwas Säure, feine Süsse, ein dezentes Spiel, aber doch spürbar. Die Süsse wird im Verlauf leicht zunehmen. Es kribbelt ein bisschen auf der Zunge, auf den Lippen ist Salz zu schmecken. Speziell.

Im zweiten Drittel versucht sich die gern zitierte Davidoff-Cremigkeit durchzukämpfen, auch zeigt sich die Zigarre würziger (Rosmarin…?) mit feinen Nussnoten im Hintergrund. Im letzten Drittel nimmt die Stärke leicht zu, abermals verstärkt sind Gewürznoten zu vernehmen – alles aber in einem betont abgesteckten Rahmen. Davon und etwas mehr Pepp schon zu Beginn und ich wäre happy. Aber der volle Rauch, der Abgang, das gefällt – und hier zieht die Davidoff Special R denn auch durch. Pluspunkt! Überraschend, dass meine bessere Hälfte das Raumaroma als sehr angenehm und fruchtig beschrieb. Ja, fruchtig! Immerhin hab ich da von „stinkig“ bis „grausig“ Kommentaren schon fast alles erlebt!

Kurzum: Die Davidoff Special R bietet einen leichten, harmonischen Smoke ohne allzu grosse Ecken und Kanten, aber für einen stolzen Preis. Nicht ideal war zu dieser Zigarre die Begleitung mit einem Kaffee Créma – cremig und Créma = mässig gelungene Kombi. Relaxt war die Rauchstunde auf jeden Fall, wenn auch nicht rundum geglückt.

Blindtasting INCH No. 70

Als ich die INCH No. 70 das erste Mal erblickte, liess ich laut rufend folgendes verlauten: „POTZTAUSEND!!“ So etwas habe ich noch nie gesehen, geschweige denn zwischen meinen Fingern gehalten und erst recht nicht zwischen meinen Lippen! Als zweites dachte ich: „Oh mein Gott!“ 🙂

Blindtasting INCH No. 70

Das Entdecken im Kaltzustand verspricht sanften Smoke; Ein 14 jähriger Single Malt Scotch Whisky „The Balvenie Caribbean Cask“ begleitet meinen Smoke

Das Colorado Deckblatt der INCH No. 70 ist wunderschön. Leicht ölig und tadellos verarbeitet. Sie duftet nach frisch gemähtem Gras. Die offene Schnittstelle des Tabaks duftet dezent nach Heu. Der Kaltzug ist leicht würzig. Ich vermute, der Smoke wird 2,5 bis 3 Stunden dauern, mal schauen, ob ich recht behalte?

Blindtasting INCH No. 70

Das Anzünden und die ersten Minuten

Ich zünde sie vorsichtig mit dem Jetfeuerzeug an. Um sie gänzlich zum Glühen zu bringen, beende ich das Ritual des Anzündens mit einem Cigarstreichholz. Die ersten Minuten sind ein fantastisches Erlebnis: Salz auf den Lippen und der Zunge wird begleitet von angenehmen Chilinoten – nicht zu stark, gerade richtig. In den ersten Minuten stellt sich Schiefbrand ein, ich lasse die INCH No. 70 zunächst gewähren.

Blindtasting INCH No. 70

Das 1. Drittel ist wundervoll sanft würzig

Der Schiefbrand wird stärker, ich greife korrigierend ein: Ich benetze sie und korrigiere sie zusätzlich mit der Flamme. Der salzige Geschmack tritt etwas in den Hintergrund, die Chilinoten bleiben bestehen. Es prickelt angenehm und sanft auf der Zungenspitze. Die Raumnote (Aroma) duftet würzig nach brennendem Holz, leicht „brandig“. Der Rauch ist cremig dicht; Ich lege sie etwa 3-4 Minuten beiseite und sie qualmt ganz anständig. Mittlerweile sind 40 Minuten vergangen und ich bin etwas über der Mitte des 1. Drittels angelangt. Ich nippe das erste Mal am Whisky. Oh, was für eine Freude! Er schmeckt leicht scharf und ich entdecke den wundervollen Rumgeschmack (er wurde in Rumfässern gelagert). Eine tolle Süsse begleitet von nun an meinen Smoke, herrlich! 🙂 Die Asche beginnt sich zu spalten, was auf Fehler beim Rollen hinweist; Aber derzeit hält es sich noch in Grenzen. Die Asche an sich ist „bröckelig“, aber sie hält das ganze 1. Drittel.

Blindtasting INCH No. 70

Das 2. Drittel flacht im Geschmack ab und sie verliert an Charakter

Der Smoke dauert bis zum Beginn des 2 Drittels 70 Minuten. Die INCH No. 70 verliert an Charakter. Im Prinzip schmeckt sie jetzt langweilig, sämtliche Geschmacksnoten nehmen ab; Hinweis: Ich habe erst zwei mal am Whisky genippt, daran liegt es nicht 😉 Die Chilinote ist kaum wahrnehmbar, aber eine leichte Salzigkeit ist noch vorhanden. Ich lasse sie immer noch 3-4 Minuten liegen und sie qualmt immer noch recht anständig. Gegen Mitte des 2. Drittels machen sich sanfte Erdnoten bemerkbar, eine gute Abwechslung.

Blindtasting INCH No. 70

Das 3. Drittel bringt erdiger Geschmacksnoten, die Cigar bleibt sanft mit Hang zur leichten Würze

Nach 125 Minuten beginnt das 3. Drittel. Ich rauche sie noch etwa 10 Minuten weiter und lasse sie dann in Würde verglimmen. Sie wird etwas würziger, bleibt jedoch sanft.

 

Mein persönliches Fazit und meine Einschätzung für die Reifung

Die INCH No. 70 zu verköstigen ist ein Erlebnis aufgrund ihres enormen Ringmasses. Man erweckt mit Sicherheit Aufmerksamkeit in geselliger Runde. Ich persönlich ziehe aromatischere Cigars vor. Aber diese Cigar ist wunderbar mild zum rauchen, und man kann sie fast 2,5 stunden geniessen, ohne dass sie bitter oder bissig wird. Sehr schön finde ich, dass die Asche schön gerade bleibt, obwohl sie recht bröckelig ist. Zur Reifung schätze ich, dass sie sich nicht gross entwickeln wird. Ich würde sie ein Jahr einlagern und dann noch einmal verköstigen. Wer eine aussergewöhnliche Cigar in dieser Grösse sucht und er einen langen und sanften Smoke schätzt, kommt hier 100% auf seine Kosten.

VasilijHerzliche Grüsse, Vasilij Ratej