Archiv der Kategorie: Zigarren Reviews

Tobajara Brasil Maduro Robusto

Nach dem Tobajara Brasil Claro Tasting von vor kurzem ist nun die Tobajara Brasil Maduro Robusto an der Reihe. Das dunkelbraune, nur leicht ölige Deckblatt fühlt sich ein wenig rau an, zeigt sich aber gut verarbeitet. Im Gegensatz zur Claro Version mit dem hellen Brazil Sumatra ziert die Maduro ein Brazil Mata Fina Deckblatt. Innen bleibt alles beim Alten, also Bahia Mata Fina und Mata Norte als Einlage, dazu ein Umblatt aus Bahia Mata Norte.

Tobajara Brasil Maduro Robusto

 

 

 

Im Kaltaroma ist ein leichter Stallgeruch zu vernehmen, wie es gerne mal bei „dunklen“ Zigarren hervortritt. Beim Bohren mit dem Xikar 11mm Punch war ein leises „Rätsch“ zu hören, es bildete sich ein kleiner Riss an der Kappe, der aber mit etwas Spucke „geklebt“ werden konnte.

Von Beginn weg sind süffige Kaffeearomen mit einer feinen Süsse im Hintergrund, auch dunkle Brotkruste vorherrschend. Der im Gegensatz zur Claro etwas dunklere, fülligere Rauch ist rauer, bisschen kratziger, üppiger. Schoko wie bei anderen Maduros ist hier kaum oder nur bedingt zu schmecken, wer also darauf steht sollte sich vielleicht eher bei anderen Maduro Zigarren umschauen.
Raucht man die Tobajara Brasil Maduro Robusto etwas zu hastig, treten leichte Bitternote hervor, also besser etwas zurückhaltend bleiben und nur die Ruhe beim Geniessen – so sollte es schliesslich und endlich ja auch sein oder? Im letzten Drittel treten mehr Würze, Nuancen von geröstetem Rosmarin und ein Hauch Pfeffer auf und bilden einen rassigen Abschluss eines guten Rauchgenusses.

Wie die Claro ist auch die Tobajara Brasil Maduro Robusto keine „Brasilwumme“, sondern ein eher dezentes und nicht zu starkes Erlebnis, durchaus auch für den Anfänger geeignet, der hier eine qualitativ gut gemachte, leckere Brasilianierin geniessen kann.
Die Asche ist fest und zeigt eine fast weisse Farbe, wie wir wissen ein gutes (Rauch)Zeichen! Um zum Thema Fussball, wie kürzlich bei der Claro, zurückzukehren: Während letztere leichtfüssig tänzelnden futebol do brasil zaubert, zeigt die Tabajaro Brasil Maduro Robusto einen etwas stämmigeren, direkteren Fussball, also eher Brasil anno 1994.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Alec Bradley Black Market Robusto

Hergestellt in Danli, Honduras, erfreut uns die im letzten Jahr eingeführte Black Market Linie des umtriebigen Alec Rubin mit einem Filler bestehend zu einem hohen Anteil aus Ligero Tabaken aus Panama und Honduras, einem Sumatra Umblatt und einem glänzend öligen, schokobraunen und recht dicken Deckblatt aus Nicaragua. Die Alec Bradley Black Market Robusto fühlt sich eher fest an, der Zug allerdings ist problemlos.

Alec Bradley Black Market Robusto

 

Gleich von Beginn weg zeigt sich die Alec Bradley Black Market Robusto – im Garten bei herrlicher Frühlingssonne genossen – füllig, üppig mit viel Substanz. Schöne Kaffeenoten, etwas Schoggi, dazu eine edle, cremige Süsse. Alsbald finden sich würzig herbale Aromen, die aber nicht überbordend wirken, der Black Market jedoch durchaus Pepp verleihen. Im Hintergrund feine Bittermandeln, auch sonst leichte Nussnoten ebenso wie fruchtige Aromen. Also eine überaus komplexe Angelegenheit und meiner Meinung auf Grund ihrer Vielschichtigkeit und Üppigkeit nicht unbedingt eine Zigarre für den Anfänger.
Wer mit dieser eher bodenständigen (und damit ist nicht etwa volks- oder altertümlich als vielmehr rustikal gemeint) Art „Cuvée“ Zigarren made in Honduras zurecht kommt, wird hingegen mit einer geschmackvollen, leckeren Zigarre belohnt, von dem es gerne mehr sein darf – Suchtpotential!

Alec Bradley Black Market Robusto

 

Im Gegensatz zu ihrer grünen Schwester, der Filthy Hooligan, zeigt die Alec Bradley Black Market Robusto übrigens nicht die Verarbeitungsprobleme, die das dünne Candela Deckblatt leider desöfteren mit sich bringt, wenn hier auch auf der negativen Seite ein leichter Schiefbrand zu notieren ist und die Zigarre nach 3, 4 Minuten Rauchpause ein wenig „Fingerspitzengefühl“ braucht um nicht wieder angezündet werden zu müssen.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Cohiba Siglo I

Was kann man über eine Cohiba schreiben, was nicht schon geschrieben wurde oder: Wem tritt man mit einem Cohiba Tasting auf die Füsse? Kult ist Kult und Cohiba ist Cohiba ist…! Wie also ihre Aromatik umschreiben, die fast jedem Zigarrenfan bekannt sein dürfte, oder ihre beispielhafte Harmonie in Worte fassen, die ein jeder so schätzt? Okay, über Fälschungen (Cohibas werden scheinbar nicht weniger gefaked als Schweizer Uhren), da könnte man wohl so einiges loswerden und so manch einer hatte so ein Ding schon bei sich zu Hause! Okay, die Cohiba Siglo I ist eine, die unter den Fälschungen eher selten zu finden ist, irgendwie scheint ihre Grösse weniger interessant um sich „die Mühe“ zu machen, wer weiss?
Cohiba Siglo I
Bleiben wir gleich bei der Grösse: die Cohiba Siglo I ist also die Kleinste der Serie 102mm in der Länge, Ringmass 40, Très Petit Corona wie es bei den Kubanern heisst. Ein durchaus nettes Format, das für knappes Stündchen für zwischendurch sorgen kann. Es kann ja nicht immer die Wuchtbrumme im Mund sein.

Ich genoss sie auf der Terrasse in Adelboden bei schönstem Sonnenschein, ergo blauem Himmel und erstaunlich viel Schnee (im März…) und schwelge ferienhalber in Gedanken: Wie perfekt gerollt sie ist und das goldbraune Deckblatt mit seinen wenigen Blattadern, und optisch als auch geschmacklich, einfach ein Träumchen. Wie „fein“ – damit ist wirklich fein, also nuanciert, subtil oder doch einfach lecker (?) gemeint – die Cohiba Siglo I ist, ihre leichten Kaffeenoten und die betörende Süsse, die floralen Aromen, fruchtigen Nuancen. Wie Honig und Röstnoten hinzukommen und eine beinahe perfekte Mischung mit obigen Beschreibungen bilden. Dass Pfeffernoten ab der Hälfte und gegen Ende mehr und mehr aufkommen und für einen gediegenen Abschluss eines besonderen Genusses sorgen.

Cohiba Siglo I

Ja, Cohibas haben ihren Preis und wenn man doch nicht kistenweise einlagern kann, so ist es sehr zu empfehlen ab und zu ein paar Einzelexemplare in den Humi zu packen und, wenn man sich danach fühlt, etwas ganz besonderes geniessen zu wollen. Oder um einen 80er Werbeslogan eines bekannten Waschmittels zu bemühen (man verzeihe mir): Cohiba, da weiss man was man hat!

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Aging Room Maduro Rondo

Auf die Aging Room Zigarren bin ich durch die tolle M-356 gestossen, eine würzig spannende, sehr geschmachvolle Zigarre. Als die Aging Room Maduro Rondo erschien (es gibt ausserdem noch eine Aged Maduro), diese ohne Nummernkennzeichnung, musste sie gleich her, durfte aber noch ein paar Anpassungswochen im heimischen Humidor verbringen. Die Aging Room ist ein Produkt von Olivero Cigars und besteht in der Einlage aus Tabaken aus Nicaragua, die der Zigarre zweifellos Würze verleihen, einem Umblatt und einem Maduro Deckblatt aus der Dominikanischen Republik.

Aging Room Maduro Rondo

Das Deckblatt der Rondo (mit Robusto Massen) zeigt sich in schönem Schokobraun und ist leicht rau anzufassen. Ansonsten fühlt sie sich perfekt an, nicht zu weich, nicht zu hart, wie der Befühltest aufzeigt. Den Xikar Punch „hinten rein“, sauberes Loch, sauberer Schnitt.

Die ersten Züge lassen feine Schoggiaromen, leckere fruchtige Noten (gedörrte Äpfel) und eine schön eingebundene Süsse erahnen. Im weiteren Verlauf zeigen sich feinwürzige Aromen, alles sehr harmonisch und recht weich, ja gar mit einer bemerkenswerten Cremigkeit. Was ausserdem auffällt ist das hübsche und sanfte Süsse/Säure-Spiel auf der Zunge.
Im späteren Rauchverlauf kommen herbale und florale Noten, etwas Holz und schliesslich ein Hauch Pfeffer zur Geltung, sie zeigt auch mehr Fülle und Stärke. Dass die Aging Room Maduro nicht nur glattgebügelte Rauchzeichen sendet, ist ein erwähnenswerter Vorteil dieser Zigarre.

Die Asche ist, wie auf dem Bild zu sehen, weiss und mittelfest, der Abbrand sauber und der Zug perfekt – so sollte eine Zigarre sein. Knapp mittelstark steht die Aging Room Maduro Rondo für zwei prächtige Stunden Rauchvergnügen und sie findet ganz sicher wieder ihren Weg in meinen Humi als eine wirklich Besonderheit aus der DomRep. Jetzt sollte ich aber doch noch die Aged Maduro probieren…!

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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Miro Torpedo

Stattlich, stattlich mit den Massen 157mm und 52, das dürfte mindestens ein Zweistünder werden. Doch was haben wir hier eigentlich schönes vor uns? Hinter Miro steckt die in Miami beheimatete Hondurena de Tabacos. Handgerollt wird die Zigarre in Danli, Honduras. Eine puro ist die Miro allerdings nicht: Einlage aus speziell gealtertem Hondurastabak, Umblatt aus Nicaragua und ein Sumatra Deckblatt aus Honduras, so die Ingredienzien der Zigarre. Miro. Ob das vom spanischen mirar (angucken, hinschauen) abstammt, soweit geht mein Spanisch leider nicht.

Miro Torpedo
Kalt riecht die Miro Torpedo nach Zedernholz, leichte Vanilletöne sind zu vernehmen. Zu Beginn, die Torpedo scheint etwas leichter gebaut (sie fühlt sich auch so an), der Zug ist fast zu viel des Guten, zeigen sich etwas Bitternoten, die allerdings schnell verfliegen – das Thema taucht allerdings wieder auf, später. Mehr und mehr treten nun Süsse und Crémigkeit hervor, begleitet von etwas Honig, Karamell und Zedernholz, das sich im Verlaufe des 1/3 durchaus in den Vordergrund drängt.

In der zweiten Hälfte treten vermehrt würzige, herbale Aromen hervor, aber auch wieder die bitteren Noten. Etwas mehr degasen hilft und hie und da ein Rauchpäuschen einlegen. Im letzten Drittel zeigt die Miro Torpedo sich wieder versöhnlicher, schwarzer Pfeffer und Kaffeenoten gesellen sich zu der nach wie vor vorhandenen crémigen Art. Die Miro wird zum Schluss zweifellos kompakter was die Aromen angeht, zeigt etwas mehr Körper und wird minim stärker. Ich würde die Miro Torpedo dennoch eher den leichten Zigarre zuordnen.
Die Asche ist hellgrau, strukturiert und höchstens mittelfest, der Abbrand zu Beginn leicht schräg, korrigiert sich aber durch drehen von selbst.

Ohne Zweifel eine nette Sache, die Miro Torpedo, auch wenn mir, was andere Zigarren aus Honduras auszeichnet, der letzte Pfiff und das bisschen mehr Fülligkeit hier gefehlt hat.

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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