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Blindtasting Fernando Leon Family Reserve Belicoso

Dieses Blindtasting ist ein besonderes Vergnügen für mich. Als ich die Fernando Leon Family Reserve Belicoso blind das erste mal verköstigen durfte, war ich so hingerissen, dass ich meine Notizen dazu glatt verloren hatte. Also bekam ich eine zweite Chance, dank grosszügiger Spende von zigarren-online.ch.

Diese ungewöhnlich leckere Zigarre kommt aus dem Hause „La Aurora“ aus der Dom. Republik. Lasst uns also einsteigen, in diesen herrlichen Smoke! Ach ja, da ist noch eine Sache: Derzeit ist diese Cigar in Europa ausschliesslich in der Schweiz erhältlich (Status per Dezember 2013). Wir Schweizer können uns wieder einmal glücklich schätzen, ätsch 🙂

Fernando Leon Family Reserve Belicoso

Sie hat ein sehr schönes Deckblatt in der Farbe Colorado-Maduro. Der Kaltgeruch erinnert an würzig-süssliches Heu an einem noch kühlen, sonnendurchfluteten Morgen. Der Kaltzug der Fernando Leon Family Reserve Belicoso ist sanft würzig und verspricht einen interessanten Smoke. Die ersten Minuten gestalten sich sanft würzig, mit einem leichten Prickeln auf der Zunge. Schon jetzt mischt sich eine sehr, sehr sanfte cremige Süsse darunter. Ja, ich erinnere mich an das Blindtasting: Sie schmeckte unheimlich toll, nach cremiger Süsse vermischt mit leichten Chilinoten – sensationell. Deshalb freue mich mich um so mehr auf den Smoke!

Der Abbrand im ersten Drittel ist völlig unproblematisch. Die Zugstärke ist optimal, der Rauch ist cremig-voll und die Raumnote (Aroma) sagt eindeutig: „Hier raucht ein Wahnsinns-Typ eine wahnsinnig gute Cigar, denn sie duftet herrlich!“ 😉

Fernando Leon Family Reserve Belicoso

Die Asche ist fest und hauptsächlich hellgrau. Sie hält das ganze erste Drittel und fällt etwa des zweiten Drittels ab. Mist, schon wieder mimte ich den Cigar-Macho… die Asche ist mir dieses mal auf die Notebooktastatur gefallen, na super! „pust-pust-pust!!“

Im zweiten Drittel schmeckt die Fernando Leon Family Reserve Belicoso noch wundervoller: Eine herrliche Balance zwischen cremiger Süsse, schönen Chilinoten und etwas sanfte Erde. Was für ein Blending! Gegen Beginn des letzten Drittels nimmt alles an Stärke zu, sie wird Medium und sogar fast schon etwas medium-stark. Aber das stört natürlich überhaupt nicht, denn diese Cigar bietet ein Geschmackserlebnis der ganz besonderen Art, sehr edel und luxuriös, ein echter Gaumenschmaus!

So, und jetzt kommen noch mehr Touristen in die Schweiz, nur damit sie sich diese Cigar gleich kistenweise kaufen können! Kommt, kommt! 🙂

Fernando Leon Family Reserve Belicoso

 

Vasilij Have a good smoke, Vasilij

 

CAO Brazilia Gol

CAO geht um die Welt, sei es mit der Italia, der Americana oder der hier vorliegenden CAO Brazilia Gol! Eine perfekte Zigarre für ein Fussballspiel während der kommenden Fussball-WM in… Brasilien also. Und wer der Seleçao den Daumen drückt, kommt um diese mit einer in den Landesfarben gehaltenen Bauchbinde geschmückten CAO doch eigentlich kaum herum, oder?

Die CAO Brazilia besteht aus einer Einlage und Umblatt aus Nicaragua Tabaken und einem dunklen Arapiraca Umblatt aus Brasilien. Die sehr schöne Verarbeitung, ein öliges Deckblatt plus die angesprochene Bauchbinde machen die 127 mm lange Zigarre mit einem 55er Ringmass zu einem Hingucker.CAO Brazilia GolIm Kaltaroma Schokolade. Nach dem Anzünden sehr würzig, robust, feine Bitternoten. Der Körper zeigt sich voll. Die Bitternoten weichen nach und nach einer zarten Süsse. Erst im 2/3 fällt die feste, fast weisse Asche ab. CAO Brazilia GolDas 2/3 bleibt wie das 1/3 geendet hat. Der hellgraue Rauch ist üppig. Eine milde Süsse mit würzgen Anklängen plus Schokoaromen. Lässt man die Brazilia einige Minuten ruhen zeigen sich danach noch deutlichere Schokonoten, Capuccino. Zartbitterschokolade und ein Hauch weisser Pfeffer füllen den Mund, was für ein Geschmackserlebnis. Gegen Ende nimmt die Intensität der Aromen zu, insbesondere Pfeffer und eine stramme Würzigkeit. Erst jetzt zeigt sich auch ein leichter Schiefbrand der bisher absolut sauber abbrennenden CAO.

Geschmacklich ist die CAO Brazilia Gol als mundfüllend und mittelkräftig, vom Nikotin mild bis mittelstark einzuordnen, der Zug ist perfekt. Ein wirklich gelungener 2 Stunden Smoke ist mit der CAO Brazilia Gol garantiert. Tolle Zigarre!

Besten Dank an unseren Blogleser Phil für diesen Beitrag an dieser Stelle!

Cain Daytona Straight Ligero Double Toro

Wie der Name schon verrät, der überwiegende Teil der Cain Daytona Straight Ligero Double Toro besteht aus Ligero, jenem Teil der Tabakpflanze, der der Sonne am nächsten ist. Es sind somit die kleineren Blätter, die an der Spitze der Pflanze wachsen, welche hier zur Verwendung kommen. Der Ligero für die Einlage der vorliegenden Nicaraguanerin stammt zum Grossteil aus dem bekannten Jalapa-Tal, ein kleiner Teil aus dem Condega. Als Umblatt wird ein Ligero aus dem Esteli Gebiet verwendet und als Deckblatt dient ein Sun Grown Habano Blatt.

Optisch ist die Cain Daytona Straight Ligero Double Toro nicht nur wegen ihrer imposanten Grösse (Länge 152mm, Ringmass 60) ein Hingucker – und man kann sich schon mal gedanklich auf einen 3 Stunden Smoke einstellen -, auch das leicht ölige, mittelbraune Deckblatt mit seinen wenigen Blattadern weiss sehr zu gefallen. Die Verarbeitung ist hervorragend, die orange Fussbinde rundet das visuelle Erlebnis ab.
Cain Daytona Straight Ligero Double Toro

Im Kaltaroma sind Zeder und Heu zu vernehmen, auch Leder steigt in die Nase. Nach dem Entflammen sind Noten von Unterholz, Laub, schöne Holzaromen und Heu präsent. Sanft den Gaumen umschmeichelnde, weiche Anklänge von (Milch)Kaffee und eine bald auftauchende cremige Süsse gesellen sich dazu, welche dem Rauchspass in der Tat ihre besondere Würze (pardon the pun, wie der Engländer so passend sagt!) verpasst. Die bisweilen vanillige Cremigkeit weitet sich bis zum Abgang aus, ein sanfter, unaufdringlicher Rauch füllt den Mund mit einem butterweichen Geschmack.
In der zweiten Hälfte zeigt sich die Daytona ein klein wenig würziger mit einer nur ganz zarten Bitternote. Doch dann plötzlich ein leiser Knacks, das Deckblatt meines Exemplares riss etwa in der Mitte auf, zum Glück ging dieser Riss aber nicht weiter als 2, 3 cm. Ein kleiner, optischer Schönheitsfehler ohne geschmackliche Einbussen.

Cain Daytona Straight Ligero Double Toro
Die Cain Daytona Straight Ligero Double Toro ist ein feiner Begleiter zu einem süffigen Kaffee Crema, eine eher leichte, runde, harmonische Zigarre und ein idealer Begleiter für einen ausgedehnten Vormittag „ohne Ecken und Kanten“ sozusagen.

Aus der Cain Serie ist die Daytona übrigens die Leichteste. Wer es gerne etwas deftiger mag, sollte es mit der Sun Grown oder der Cain F versuchen. Jedenfalls ein spannender Versuch, sich fast vollends auf die Ligeroblätter zu konzentrieren.

Besten Dank an unseren Blogleser Phil für diesen Beitrag an dieser Stelle!

Blindtasting Buena Vista Doble Robusto

Buena Vista Doble Robusto

Die Buena Vista Doble Robusto duftet sehr dezent nach Stroh. Ob süsslich oder würzig vermag ich nicht zu erschnuppern. Ich loche sie mit dem Davidoff Rund-Cutter. Sie ist etwas fest gerollt, aber der Kaltzug ist optimal. Also nur eine Täuschung meinerseits. Die ersten Minuten sind höchst interessant! Sie schmeckt etwas salzig und etwas Heu strömt hindurch – sehr schöne Balance, sehr speziell. Meine Prognose: Sie wird gegen Ende des ersten Drittels für meinen Geschmack zu bitter werden, obwohl etwas Süsse und ganz leichte Würze hindurch schimmern wird; Ob ich recht haben werde? 🙂 Das Deckblatt ist wunderschön, die Farbe ist ein tolles Colorado-Maduro.

Das erste Drittel der Buena Vista Doble Robusto ist sehr schmackhaft 🙂 Sanfte Erde und ein Hauch von Salz verbinden sich zu einer leicht cremigen Harmonie. Etwas Bitterkeit scheint hindurch (AHA!). Sehr schöne Balance, ein wirklich interessantes Blending! Das erste Drittel entwickelt sich weiter, die Cremigkeit  (AHA!) nimmt an Intensität zu und das ist ausgezeichnet. Die Bitterkeit tritt eindeutig in den Hintergrund, trägt aber zum harmonischen Gesamtgeschmacksergebnis einen wichtigen Teil bei.

Nach einem höchst interessanten ersten Drittel folgt das zweite und dritte Drittel. So ist das nun mal. Ja, das zweite Drittel! Hervorragend in der Entwicklung der Intensität der bereits oben beschriebenen Geschmacksnuancen. Bitter wird sie und stärker, aber die leicht süssliche Cremigkeit trägt entscheidend dazu bei, dass der Geschmack ein top harmonisch ausgeglichenes Erlebnis wird! Wundervoll! Das letzte Drittel legt in der Stärke zu und sie wird für mich persönlich zu erdig-bitter. Trotzdem eine tolle Cigar!

Wie üblich wusste Vasilij nicht was er geniessen durfte. Das Geheimnis wird nun gelüftet und wir haben den Namen der Zigarre im vorhergehenden Text eingefügt. Vasilij genoss eine Buena Vista Doble Robusto aus unserem Sortiment.

vasilij-sw01Herzliche Grüsse, Vasilij

Blindtasting Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo

Die Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo sieht sehr schön aus: Ihr Colorado-Maduro (Farbe) Deckblatt sieht verführerisch aus. Sie duftet süsslich-cremig und ich loche sie dieses mal mit dem Davidoff Rund-Cutter. Der Kaltzug schmeckt leicht würzig und etwas nach Stroh. Die ersten Minuten sind wundervoll: Eine Mischung aus leichter Würze und etwas Salz, vermischt mit einem Hauch cremiger Süsse. Okay, das fängt ja gut an! Behält man den Rauch einige Sekunden im Mund, wird die cremige Süsse sogar deutlich spürbarer. Toll, ich freue mich auf den Smoke, den ich auf etwas über 2 Stunden schätze. Die Raumnote (Aroma) duftet nach, wer hätte das gedacht, verbranntem Tabak 😀 Es duftet etwas „bissig“, aber der Geschmack ist eine Wucht bisher.

Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo

Die Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo qualmt ganz ordentlich und ich kann sie ruhig bis zu vier Minuten liegen lassen. Ich sitze im kleinen Wintergarten, der Heizstrahler ist auf volle Pulle eingestellt; Aber zwischendurch darf ich doch einen Spalt lüften, weil es in meinen Augen zu jucken beginnt. Im ersten Drittel setzt Schiefbrand ein, ich lasse die Cigar zunächst gewähren; Ich möchte sehen, ob sich durch das horizontale Halten der Schiefbrand von selbst korrigiert. Ja, das tut er, hurra 🙂 Der Geschmack im ersten Drittel balanciert sich aus: Sanfte Würze, etwas cremige Süsse und eine schöne Nuance nach sanfter Erdigkeit (sehr sanft). Ein sanftes erstes Drittel, total entspannt und geniesserisch. Während des Smokes lese ich einen spannenden Baubericht eines Modells des Flugzeugträgers „Akagi“ (wen’s interessiert: Mein anderes Hobby ist Plastikmodellbau).

Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo

Die Asche ist fest und hält praktisch das ganze erste Drittel. Einsetzenden Schiefbrand korrigiere ich mit „horizontaler Cigar-Halterungs-Technik“. UPPPPSSS… die Asche ist abgefallen, na super, alles auf den Boden.

Beim Übergang zum zweiten Drittel schmeckt die Leonel Royale Gran Cru 2012 Original Toro Gordo erdiger und „etwas grün“ (der Mund wird etwas trocken). Der Smoke dauert bisher fast genau eine Stunde. Eine Stunde für das erste Drittel, nicht schlecht 🙂 Das zweite Drittel wird stärker in der Erdigkeit und in der Würze, aber die cremige Süsse bleibt im Hintergrund als Ausgleich bestehen. Hervorragend! Der trockene Mund ist zwar noch etwas da, und es ist so, dass es mich ein bisschen stört (ist aber nicht so schlimm). Im letzten Drittel wird die Erde deutlicher und sie wird Medium-stark. Ein toller Smoke, der rund 135 Minuten dauerte – toll!

Wie üblich wusste Vasilij nicht was er geniessen durfte. Das Geheimnis wurde nun gelüftet und wir haben den Namen der Zigarre im vorhergehenden Text eingefügt.

vasilij-sw01Herzliche Grüsse, Vasilij