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Alec Bradley Nica Puro Gordo

Heute gibt’s für euch eine etwas andere Art der Präsentation einer Alec Bradley Nica Puro Gordo. Ich erzähle euch die Geschichte, wie ich während meinem Smoke einem Barmann Angst-Schweissperlen ins Gesicht trieb. Aber alles der Reihe nach! Nach einer Wahninns-Arbeitswoche im positiven Sinne, bin ich gestern schon früh zu Bett gegangen. Am Morgen nach dem Aufwachen spürte ich noch die tiefe Energie in mir und ich war wie benommen. Schon bald nach einem ausgiebigen Frühstück hatte ich das Bedürfnis nach einer leckeren Zigarre. Als ich meinen Humidor öffnete und meine Schätze betrachtete, lachte mich die Alec Bradley Nica Puro Gordo förmlich an! Ok, das wird mein „Energie-und-Belohnungs-Smoke“ am Sonntag gegen Mittag!

In Gedanken versunken stellte ich mir vor, dass ich nach einer durchzechten und langen Nacht frühmorgens in eine urchige, alte Bar gehe. Im dunklen Ambiente schielt mich der Barmann skeptisch an, als ich mich in einen alten Sessel fallen lasse. Ich bestelle mir einen Cigar Malt und nippe ein paar mal daran. Scharfe, süssliche Geschmacksnuancen durchfahren meinen Körper. Ich packe meine Alec Bradley Nica Puro Gordo aus der Cellophanhülle und lege sie auf den Holztisch. Erst jetzt bemerke ich im Halbdunkeln die riesigen Türme an Zigarrenkisten: Alles war aufeinander gestapelt und irgendwie gefällt es mir.

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Durch ein sehr kleines Fenster strahlt die noch tiefe Sonne einen grellen Schein und die Luft scheint von Rauch erfüllt zu sein. Ich blicke mich vorsichtig um und sehe dunkle Gestalten an anderen Tischen sitzen. Wie, die genehmigen sich auch schon einen Smoke zu dieser frühen Stunde? Es scheint, als ob sie mich mit misstrauischen Blicken mustern, wie der Barmann einige Minuten zuvor. Ist mir doch egal, ich will jetzt meine Alec Bradley Nica Puro Gordo geniessen! Rückt mir bloss nicht auf die Pelle! Meine Augenbrauen verengen sich.

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Ich benetze die Zigarrenkappe und loche sie mit dem Davidoff Rund-Cutter (grösste Lochung). Die Alec Bradley Nica Puro Gordo duftet im Kaltzustand nach süsslichem Heu im Regen. Der Kaltzug schmeckt herausragend nach tiefer, süsse Melisse. Oh, wie ich mich freue!

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Noch wie im Halbschlaf höre ich im Hintergrund Gesprächsfetzen, hin und wieder einen dunklen Lacher, eine Frauenstimme faselt irgendwas unverständliches. „Klappe halten!“ denke ich. Ich zünde meine Alec Bradley Nica Puro Gordo an. Das erste Drittel schmeckt sanft-medium und die sich entwickelnde Geschmacksmelange ist süsse Melisse, sanfte Würze, etwas angenehm zartbitter; Sehr schöner Tabak, nasal würzig und cremig. Die Raumnote (Aroma) ist purer Tabak und im Verlauf des ersten Drittels kommen Röstaromen hinzu. Der Cigar Malt ist ein ausgezeichneter Gesellschafter! Ich werde sehr langsam wach.

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Im zweiten Drittel entwickelt sich die Geschmacksmelange komplexer weiter. Nach dem Abstreifen der Asche offenbart sich der Rollfehler und erklärt den Schiefbrand: Der Ligero ist nach aussen gerutscht – aber das ist mir sowas von Schnuppe – denn der Geschmack und die Raumnote ist exzellent! Die Alec Bradley Nica Puro Gordo wird würziger und erreicht gegen Beginn des letzten Drittels die Stärke Medium. Mir brummt noch etwas der Schädel, also bestelle ich mir ein Glas Wasser, das mir der Barmann – offenbar etwas angewidert – und mich noch misstrauischer beäugt als zuvor, auf den Tisch stellt. Ich blicke ihn an und puste ihm eine volle Qualm-Salve entgegen. Er verzieht die Mundwinkel und seine Augen werden noch dunkler. „Den Barmann erwischt es immer!“ schleudere ich ihm cool und dunkel entgegen. Er hat sofort verstanden (er kennt offenbar den Film „Desperado“), denn sein Gesichtsausdruck verwandelt sich sofort in pure Angst. Das hat gesessen! Augenblicklich verstummen alle Gäste und innerhalb der nächsten 30 Sekunden haben sich alle davon geschlichen. Ich bin jetzt allein in der Bar, nur der Barmann bleibt und verschanzt sich hinter seinem Tresen.

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Ohne die stechenden Blicke in meinem Nacken geniesse ich den Rest dieser ausgezeichneten Alec Bradley Nica Puro Gordo bis zum süsslichen, erdigen, torfigen, Medium-starken bis starken Ende (etwa 2,5 Stunden dauerte der Smoke). „Zahlen!“ rufe ich scharf und kurz. Ich fasse in die Innentasche meiner Jacke und möchte das Geld herausholen. Gleichzeitig blicke ich den Barmann an und ich sehe, wie sich seine Augen vor Angst weit öffnen. „No, no, Segnor, geht auf’s Haus…!“ höre ich ihn mit zitternder Stimme sagen. Meine Mundwinkel verziehen sich nach unten und ich sehe wie die Schweissperlen dem Barmann übers Gesicht laufen. Er dachte wohl, dass ich meine Knarre ziehen will oder noch schlimmeres! Seine Hände wedeln ein „nein, nein“, ich stehe auf und er sucht hinter dem Tresen wimmernd Deckung. Ich kippe den Rest des Single Malt herunter und lasse meine Alec Bradley Nica Puro Gordo auf dem Tisch liegen, damit sie in Würde verglimmen kann. Ich lege einen Geldschein auf den Tisch und verlasse die Bar mit einem unglaublichen Grinsen im Gesicht. Die grelle Morgensonne blendet mich und ich merke, dass ich etwas „angesäuselt“ bin – was soll’s. Ich hab‘ jetzt Urlaub.

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„Den Barmann erwischt’s immer!“ – Desperado

Have a good Smoke, Vasilij

 

Knospenblüte

Blogleser und Geniesser Phil wendet sich hin diesem Beitrag zwar dem Zigarrengebuss zu, jedoch für einmal aus einer etwas anderen Sichtweise. Lesen Sie selbst:

Nein, es geht nicht um die vielerorts bereits zu spürenden Frühlingsvorboten, die das warme Februarwetter uns vorgauckeln will. Die Lage ist eine ganz andere: Nehmen sie sich doch einfach mal die Zeit krank zu sein. Nicht blau machen, sondern die Grippe mit Triefnase einfach richtig auskurieren anstatt halbkrank ins Büro hetzen (seine Kollegen anstecken) und dafür die ganze Erkältung während mehreren Wochen mit sich rumtragen.
Knospenblüte
Ich habe es getan, mich hat es 10 Tage erwischt, 10 Tage in denen ich absolut keine Lust auf Zigarre hatte, nebst der Tatsache, dass es mir in dieser Phase auch nicht geschmeckt hätte. Heute aber war der Tag. Der Tag an dem ich Lust hatte, „endlich“ wieder ein bisschen Rauchspass zu haben. Es gelüstete mich nach einer Zigarre, danach wie der Rauch auf der Zunge tänzelt und den Gaumen füllt. Nicht das erste Mal, dass ich eine Rauchpause habe einlegen müssen – und nicht das erste Mal stelle ich einen Effekt fest, den jeder Liebhaber der gerollten Schönheiten so mal ausprobieren sollte. Auch ohne Grippe!

Nach 10 Tagen sind die Geschmackknospen auf der Zunge und die wenigen im Gaumen wieder offen, bereit Feinheiten und Details aufnehmen zu können, die vielleicht durch den täglichen Zigarrengenuss in den Hintergrund treten. Beim Wein spricht man dabei auch von Ermüdung der Rezeptoren (durch intensive und wiederholte Geschmackseindrücke können die Geschmacksnerven ermüden) und so tut es gut diese wieder aufzuladen, auf dass sie bereit sind für das, was da kommen möge.

Ich habe mich also heute nach anderthalb Wochen wieder an eine Zigarre getraut und es war ein wahres Fest der Sinne. Man kann es schlicht und einfach mit einem Wort beschreiben: Wow! Welch ein Fest auf der Zunge, welch ein Genuss an Gaumen und in der Nase. Fast, als hätte ich Details und Zusammenhänge lange nicht mehr so intensiv geschmeckt. Nein, man verlernt es nicht, aber es tut richtig gut eine Zigarre zu geniessen und dabei „voll aufgeladene“ Geschmacksnerven zu betören. Schliesslich und endlich ist es doch das, nach dem wir streben: Genuss pur.

Das Ende meiner Grippe habe ich mit einer Bolivar „gefeiert“ und all das oben beschriebene hat diese Kubanerin zu einem absoluten Ereignis gemacht. So sollte man einen gesunden Tag honorieren.

Gesundheit!

Ein herzliches Dankeschön an Phil für diesen Beitrag.

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H. Upmann No. 2

Meine Kuba-Rundreise geht hiermit zu Ende. Ich habe sie sehr genossen! Be der Verköstigung diverser kubanischer Zigarren liess ich kubanische Musik laufen und zumindest geistig sass ich in Strassencafés 🙂 Ich bin sehr begeistert von H. Upmann. Ein Qualitätsprodukt höchster Güte! Die H. Upmann No. 2 ist purer, reiner Tabak. Mir gefällt das ganze Ritual bevor ich den ersten Zug geniesse: Die Zigarre aussuchen, das Deckblatt anschauen und fühlen; Der Duft im Kaltzustand, das Anschneiden…“knacks“…, der Kaltzug, das Begutachten der Anilla und das Anzünden: Vorsichtig, behutsam, gleichmässig, geduldig, sanftes Pusten, kontrollieren…sanftes Pusten und dann: Der erste Zug, der zweite Zug, die Glut kontrollieren, der dritte Zug… mmmhhh…

H. Upmann No. 2

In den ersten Minuten schmeckt die H. Upmann No. 2 sanft salzig auf den Lippen und der Zungenspitze. Das erste Drittel wird etwas süss, das Salz tritt in den Hintergrund. Und dieser cremige, pure, reine Tabakgeschmack! Einfach wundervoll! Du solltest mal mein zufriedenes Lächeln sehen 🙂

 H. Upmann No. 2

Das Boxindate: ABR12. Sie ist noch recht jung, und das merkt man: Nasal ist sie würzig und schmeck nach Ammoniak. Durchaus normal. Das zweite und letzte Drittel entwickelt sich weiter. Zur Geschmacksmelange mischt sich „Erde“ und „Leder“ hinzu. Der reine Tabak wird stärker und die Süsse wird etwas dominanter.

H. Upmann No. 2

 Ein toller, genussvoller und entspannter Smoke! Ich schätze, dass man die H. Upmann No. 2 mindestens 5 Jahre lagern sollte; Nach 7-8 Jahren wird sie vermutlich die ganze Reife erreicht haben. Für alle Geniesser und Kenner, die diese Geduld aufbringen möchten. Kaufempfehlung: Und ob!

 

Vasilij Have a good smoke, Vasilij

Paradiso Maestro

Paradiso Maestro

Ungewöhnliches Format, wunderschönes Colorado Maduro Deckblatt (perfekt verarbeitet) und eine auf mich eher „billig“ wirkende Anilla: So präsentiert sich die Paradiso Maestro. Und gleich vorweg: Es ist eine der aromatischsten und raffiniertesten Blends, bei dessen Smoke ich das Vergnügen hatte! Doch alles der Reihe nach!

Paradiso Maestro

Im Kaltzustand duftet sie floral, süsslich und der Kaltzug ist süsslich-würzig. Die Paradiso Maestro schneide ich mit der Zigarren-Schere (z.B. Donatus Big Cut) an. Das erste Drittel schmeckt auf der Zunge und auf den Lippen würzig-süsslich, etwas cremig. Sie ist jetzt schon sanft stark. Die Rauchentwicklung ist enorm! Nasal ist sie sehr stark und riecht nach Ammoniak. Der Zugwiderstand ist für meinen persönlichen Geschmack etwas zu hoch. Vorsichtiges, langsames Verköstigen ist angesagt, sonst kann sie bitter werden!

Paradiso Maestro

 

Paradiso Maestro

Das zweite Drittel entwickelt sich! Die Geschmacksmelange bleibt (sie wird noch einen Tick süsslicher), der Schiefbrand korrigiert sich jetzt noch von selbst (in der Horizontalen halten, den nicht verglimmten Teil nach unten). Ab und zu darf ich mit der Flamme nachhelfen, das wird ab hier dann bis zum Schluss so bleiben. Kaffee-Geschmack mischt sich unter die Melange, ich bin wirklich sehr begeistert!

Paradiso Maestro

 

Paradiso Maestro

Das letzte Drittel: Die Melange bleibt immer noch bestehen! Süsslich, etwas würzig, sie wird etwas stärker und zartbitter mischt sich darunter, und auch wundervolle Röstaromen!

Paradiso Maestro

Fazit: Obwohl mich die Anilla zunächst etwas abgeschreckt hat (sie wirkte auf mich „billig“), ist die Paradiso Maestro eine exzellente Zigarre! Sanft stark bis stark und mit einer ausgezeichneten Melange, welche auf der Zunge, süsslich-röstig-erdig-nussig, einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Kaufempfehlung? Und ob!

Paradiso Maestro

Paradiso Maestro

Vasilij Have a good smoke, Vasilij

Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo

Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo

Die Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo ist eine „Puro“ (der gesamte Tabak wird in heimischen Gefilden gezogen, hier also in Nicaragua). Sie duftet im Kaltzustand nach süssem Heu; Auch der Kaltzug schmeckt nach süsser Melisse. Beim offenen Tabak sieht man die unterschiedlich dunklen Tabakblätter: Von aussen unten links ziehen sich die Lagen bis nach rechts oben. Ich vermute, dass es sich hierbei um die Ligero-Blätter handelt (obersten Blätter der Tabakpflanze). Sie brennen langsamer und müssen in der Mitte verarbeitet werden. Daher prognostiziere ich einen Schiefbrand erster Güte. Ich sollte recht behalten. Dafür entschädigt der Geschmack um so mehr!

Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo

Einen kleinen Zipfel der Joya de Nicaragua Zelebration Torpedo schneide ich mit der Zigarren-Schere (z.B. Donatus Big Cut) ab. Der Zugwiderstand ist perfekt. Im Verlauf des ersten Drittels muss ich einen Hauch nachschneiden, um den Zugwiderstand etwas „zu öffnen“. Sie schmeckt im ersten Drittel wundervoll „honigartig“ nach süsser Melisse. Eine sehr sanfte Schärfe vermengt sich mit der Melisse und es ist eine wundervoll angenehme Geschmacksmelange.

Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo

Das zweite Drittel bleibt süss und nussige Röstaromen gesellen sich hinzu. Als ich die Joya de Nicaragua Zelebration Torpedo im Juli 2013 zum ersten Mal verköstigte, war sie für mich meidum-stark in ihrer Stärke. Heute stufe ich sie höchstens Medium ein (ab etwa Ende des zweiten Drittels). So kann die Tagesform und was man zuvor gegessen hat, eine Rolle spielen.

Die Joya de Nicaragua Celebracion Torpedo ist ein wundervoll entspannter und genussreicher Smoke. Jede Minute davon. Ab dem letzten drittel mischen sich „Erde“ und etwas „Torf“ unter die Geschmacksmelange – ausgezeichneter Blend! Den permanenten Schiefbrand korrigiere ich mit der Flamme, anders geht’s nicht.

Meine Getränke bei diesem Smoke sind: Ein kleiner Milchkaffee und ein Glas pures Wasser (pur = aus dem heimischen Wasserhahn gezapft) 🙂

Fazit: Klare Kaufempfehlung für alle, die eine herrliche Zigarre mit süsser Note geniessen möchten, und über den Schiefbrand souverän und locker hinwegsehen können. Aufregen bringt eh nichts; Sich jedoch an der Geschmacksmelange erfreuen, bringt umso mehr! 🙂

Vasilij Have a good smoke, Vasilij