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Alec Bradley Coyol Double Churchill

Die Grösse der Alec Bradley Coyol Double Churchill ist beeindruckend: 178 mm lang mit Ringmass 58. Passt, wenn man etwas mehr als 2 Stunden Zeit hat, um sich dieser Zigarre hinzugeben. Die Verarbeitung ist tadellos und sie fühlt sich echt gut an. Mir gefallen auch die beiden Anillas. Das Papier ist fest und matt und ich finde, das harmoniert hervorragend mit dem Deckblatt.

Alec Bradley Coyol Double Churchill

Alec Bradley Coyol Double Churchill

Das Anzünden bei diesem Ringmass braucht etwas mehr Zeit, als man vielleicht gewohnt ist. Mir persönlich gefallen so grosse Ringmasse nicht, weil ich in der Vergangenheit oft vom Geschmack der Zigarre enttäuscht war. Hier wurde ich eines Besseren belehrt. Der Geschmack ist von Anfang bis zum Schluss herrlich!

Alec Bradley Coyol Double Churchill

Die Geschmacksmelange: Zu Beginn leicht würzig und etwas süsslich. Retronasal sind Röstaromen deutlich wahrnehmbar. Über den weiteren Verlauf entwickelt sich die Alec Bradley Coyol Double Churchill sogar: Sie wird „tiefer“ im Tabakgeschmack, etwas erdiger, Röstaromen nehmen zu, etwas Süsse bleibt vorhanden und retronasal bleibt sie würzig, aber niemals scharf. Ich empfand diese herrliche Kreation nicht als all zu stark, eine 4 oder höchstens eine 5 von 7 Stärkegraden. Auf nüchternen Magen sollte man sie dennoch nicht rauchen.

Sie neigt immer wieder zu Schiefbrand, den ich mit der Flamme korrigiere. Die Asche hält gut, bis ich sie nach etwa 4 cm abstreife.

Alec Bradley Coyol Double Churchill

Die Alec Bradley Coyol Double Churchill ist eine ganz hervorragende Zigarre und auch imposant zum Anschauen. Wie immer gilt es auch hier zu berücksichtigen: Eine Zigarre anhand eines Exemplars zu bewerten, ist kaum aussagekräftig. An deiner Stelle würde ich eine ganze Kiste kaufen, damit du den Genuss über einen längeren Zeitraum beobachten kannst 🙂

Mein 2. Hobby ist Plastikmodellbau. Daher kombiniere ich dieses Mal die Zigarre mit einem Modell im Massstab 1:25. Es ist ein Ford Futura Falcon Convertible von 1964:

Alec Bradley Coyol Double Churchill Alec Bradley Coyol Double Churchill

In meinem Blog Zigarren.Zone verwende ich gerne Skala der unterschiedlichen Qualitätsmerkmale:

  • Betrachtung: 7 von 7 Punkten
  • Zugwiderstand: 7 von 7 Punkten
  • Aroma (Duft): 7 von 7 Punkten
  • Geschmack: 7 von 7 Punkten (wird doppelt gezählt)
  • Brennbarkeit: 6 von 7 Punkten
  • Total Punkte : 6 = 6,8 Punkte, fast ausgezeichnet!

Vasilij09Have A Good Smoke, Vasilij

The Leaf by Oscar Maduro Toro

Fast wie ein Abgesang auf eine wunderbare Zigarre kommt dieses Tasting der The Leaf by Oscar Maduro Toro rüber. Hätte ich gewusst wie schwierig es ist die Zigarre in der Schweiz zu erhalten, ich hätte wohl noch einige eingebunkert – erst recht nachdem ich die Zigarre letzte Woche verkostet habe.The Leaf by Oscar Maduro Toro

In einer kleinen Manufaktur in Honduras in kleinen Stückzahlen hergestellt, trägt die Zigarre den Namen ihres Machers, Oscar Valladares. Die Besonderheit von The Leaf by Oscar ist das Tabakblatt, ein ganzes notabene, in das die Zigarre eingewickelt wurde. So darf man sich denn ans Auspacken machen und sich darin üben, das Blatt möglichst ohne Beschädignung zu enttüdeln. Fast wäre es mir gelungen.
Was zum Vorschein kommt ist nicht nur eine Zigarre mit nahezu perfektem dunkelbraunen, leicht öligen Deckblatt, sondern und insbesondere auch ein herrlicher Duft, den die Zigarre durch die Fermentation mit ihrer aussergewöhnlichen Verpackung aufgenommen hat. Umblatt und Einlagetabake stammen übrigens ebenfalls aus Honduras.

Nach dem Anzünden entfaltet sich ein wundervolles Aroma mit schokoladigen Noten und einer feinen Würzigkeit im Hintergrund. Bald macht sich eine crémige Süsse breit, begleitet von Frucht… ja, genau, Zitrusfrüchte zeigen sich. Das entstehende Süsse-Säure-Spiel ist nicht nur spannend sondern auch sehr lecker. Dazu leichte Toastnoten, ein wenig Holz, fertig ist diese schöne Zigarre, die ich als recht mild, allerhöchstens mittelstark einstufen würde.

Die The Leaf by Oscar Maduro Toro ist weit mehr als ein optischer Gag. Eine wirklich sauleckere Zigarre von der man, einmal geraucht, eigentlich nicht genug kriegen kann – so man denn noch welche hat. Und das ist die Krux. Wer hat, kann sich definitiv auf einen anderthalbstündigen Rauchgenuss freuen.

PhilBesten Dank an Phil für die wunderbaren Worte und Eindrücke zur The Leaf by Oscar Maduro Toro.

Flor de Copan Maduro Churchill

In Honduras wird die Flor de Copan Maduro Churchill hergestellt. Die Zigarren stammen aus einer kühlen Hügelregion in der Nähe zu Guatemala und El Salvador. In diesem Gebiet haben vor Tausenden von Jahren die Mayas ihren Tabak angebaut. Zum Schluss dieses Artikels habe ich noch weiterführende Links beigefügt.

Flor de Copan Maduro Churchill

Die Betrachtung

Mir gefällt das Aussehen: Verpackt in Cellophan und einem Zedernholzplättchen sieht die Flor de Copan Maduro Churchill einfach Klasse aus. Der Schriftzug „Flor de Copan“ gefällt mir persönlich nicht. Er sieht aus, als ob beim Prägedruck das Papier verrutscht ist. Natürlich ist das kein Fehler, sondern die Absicht des Grafikdesigners war, eine Art „Schlagschatten“ oder „Doppelprägung“ zu erreichen. Insgesamt ist mir die Anilla zu stark goldig-glänzend. Aber das ist ja immer eine persönliche Vorliebe, was einem gefällt und was nicht 🙂 Die Anilla am Zigarrenfuss ist komplett auf dem Zederholz verklebt, lässt sich aber gut entfernen (mir ist das Zedernplättchen allerdings an div. Stellen eingerissen). Möchtest du das Zedernplättchen ganz belassen: Gaaaanz vorsichtig die Anilla entfernen 🙂

Kommen wir zum Deckblatt: Wunderschön! Habe ich schon erwähnt, dass es „wunderschön“ ist? 😉 Eine Augenweide! Dunkel. Feine Häärchen bedecken das Deckblatt. Es wurde zusätzlich 2 Jahre fermentiert. So erhielt es eine noch dunklere Farbe.

Flor de Copan Maduro Churchill

Flor de Copan Maduro Churchill

Flor de Copan Maduro Churchill

Das Glimmen

Kalt duftet sie sehr dezent leicht sauer; So ähnlich wie Stroh, wenn es nass ist. Das stört mich jedoch überhaupt nicht. Die Asche ist fast weiss. Als Kontrast zum Maduro Deckblatt sieht das sehr schön und edel aus. Die Asche krümmt sich im Verlauf des ersten Drittels, bleibt jedoch stabil. Die Raumnote (Aroma) durfet herrlich nach schönem Tabak. Die Asche wird am Brandrand etwas rissig und ich streife sie ab. Im Verlauf bleibt sie dann nicht sehr fest, sie ist mir danach etwa 1 cm später auf die Hose gefallen. Etwas Vorsicht ist also geboten. Der Brandrand ist teilweise etwas wellig, korrigiert sich aber immer von selbst. Ich hatte keinen Schiefbrand.

Flor de Copan Maduro Churchill

Der Geschmack

Sie startet sanft würzig und die Stärke ist ebenfalls sanft. Sehr sanftes und angenehmes Zartbitter dominiert weite Passagen der ersten Drittels. Mein Mund wird etwas trocken. Das weist auf Ammoniak oder Tannin hin (oder beides). Ein Hauch von Süsse verleiht der Flor de Copan Maduro Churchill jedoch eine interessante Geschmacksnuance. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt.

Nach etwa 20 Minuten Rauchzeit, und ich befinde mich immer noch im ersten Drittel, kommt was Dunkles: Wunderbarer, voller, „tiefer“, „dunkler“ Tabakgeschmack und zusätzlich wird sie etwas würziger. Diese Nuancen verleiht der Flor de Copan Maduro Churchill eine mehr als willkommene Abwechslung. Der Mund bleibt allerdings trocken. Nasal ist denn auch etwas Ammoniak auszumachen.

Im weiteren Verlauf bis etwa zur Hälfte wird der Geschmack „samtig-cremiger“. Sie schmeckt etwas süsser und das Zartbitter bleibt sehr angenehm in Kombination mit der sanften Süsse auf der Zunge zurück. Auf dem Gaumen ist es leicht prickelig-würzig. Mir gefällt es, obwohl sie noch mehr „Tiefe“ zeigen könnte.

Gegen Beginn des zweiten Drittels wird der trockene Mund etwas weniger, das tut gut! Der Geschmack entwickelt sich: Eine leichte Mischung zwischen süss-cremig-Röstaromen-sanftes Zartbitter liegt auf der Zunge. Keine Würze mehr.

Ab etwa der Hälfte beginnt das Nikotin zu wirken: So langsam wird mir etwas „schwummrig“, die Stärke ist medium. Die Würze kehrt zurück. Die Röstaromen werden angenehm stärker. Ein ganz ausgezeichneter Blend (Tabakmischung) mit sehr gutem Potenzial für die Reifelagerung! Der trockene Mund ist noch etwas vorhanden, aber er ist spürbar weniger geworden. Gegen Schluss wird sie medium-stark.

Flor de Copan Maduro Churchill

Insgesamt

Aufgrund des Geschmackverhaltens der Flor de Copan Maduro Churchill würde ich diese Zigarre in der Kiste lassen und sie für 5 Jahre lagern und danach erneut eine Verkostung durchführen. Allerdings hat sie mir jetzt schon recht gut geschmeckt, sieht man vom trockenen Mund aufgrund des Ammoniaks (und Tannins?) einmal ab. Alles in allem bleibt die Zigarre eher stabil im Geschmacksverlauf. Natürlich entwickeln sich Nuancen, allerdings, wie schon erwähnt, der trockene Mund zeigt, dass es sich insgesamt um eine noch eher frische Zigarre handelt (oder sie wurde über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten oder vielleicht auch 1-2 Jahre eher kühler gelagert).

Mir gefällt die Grundausrichtung des Geschmacks ganz ausgezeichnet! Wer sich im Reifelagern probieren möchte: Ganze Kiste 5 Jahre lagern.

Weiterführende Links

Vasilij-Hut-01

 

Have a good Smoke, Vasilij

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

Es gibt einen Moment als Zigarren Aficionado, in dem man die Rocky Patel The Edge Habano Torpedo zum ersten Mal verkostet. Und dann gibt es den Moment DANACH, wenn man sich an den Smoke erinnert. Ich möchte schon mal verraten: BEIDE Momente sind einfach wundervoll! Warum, liest du in diesem Blogartikel.

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

Die Batrachtung

Die Puro aus Nicaragua sieht verführerisch aus. Deckblatt hat ein wunderschönes Maduro (Dunkelbraun) und ist perfekt verarbeitet.

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

Betrachten wir die Rocky Patel The Edge Habano Torpedo noch weiter: Sie ist in Cellophan verpackt. Ich muss sagen, ich bin Fan von Cellophan. Die Zigarren in Zellophan reifen herrlich.

(Web-Tipp: Warum das den Geschmack positiv bei der Lagerung beeinflusst, kann sich meine Langzeitverkostung der Joya de Nicaragua Viajante in meinem eigenen Blog anschauen).

Kommen wir jetzt wieder zurück zur „The Edge“. Auf der Rückseite „ziert“ das Cellophan ein Strichcode-Aufkleber und das Logo von Rocky Patel. Dieses Detail gefällt mir sehr gut. Aber es kommt noch viel besser. Schau dir mal die Anilla an:

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

Ich finde sie wundeschön. Sie ist nicht einfach „gerade“ geschnitten, sondern hat am oberen Rand eine leichte Welle. Das Papier ist wertig und ist geprägt. Sehr schön! Die Rocky Patel The Edge Habano Torpedo dufet im Kaltzustand süsslich nach Tabak. Der Kaltzug ist perfekt im Zugwiderstand und schmeckt nach tollem, reifen und süsslichen Tabak. Herrlich!

 

Das Glimmen

Die Asche ist fest und teilweise fast weiss und sie sieht sehr schön aus. Die Raumnote (Aroma) duftet herrlich. Sie hält „normal“, das heisst etwa 3 cm.

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

 

Der Geschmack

Uff. Wow. Dunkel. Robust. Tabak pur. Herrlich. Top. Verstehst du? Nein? Ok, noch mehr: Vollmundig. Röstaromen. Sanft süsslich. Nasal: Sanftes Ammoniak, sie ist noch recht jung. Ich liebe diese Zigarre. Nein, warte, das kann ich besser:

Ich! Liebe! Diese! Zigarre!

Die Rocky Patel The Edge Habano Torpedo ist Genuss pur! Geniale Balance, ich geniesse jeden einzelnen Zug!

Rocky Patel The Edge Habano Torpedo Rocky Patel The Edge Habano Torpedo

 

Insgesamt

Kräftig wird sie vor allem ab etwa der Hälfte. Sie startet etwas würzig und leicht salzig auf den Lippen. Sie legt langsam los, beginn sanft bis medium stark und wird dann stark. Die vollmundige Geschmacksmelange ist hervorragend balanciert, ein echter Geheimtipp! Ach ja, da ist noch ein Detail, das mir sehr gefällt: Die Rückseite der Anilla ist ebenfalls bedruckt. Ich liebe solche Details, und du?

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij

Camacho Connecticut Robusto

Um Missverständnisse zu vermeiden: Meine Fotos zeigen eine gelbe Anilla. Von der Camacho Connecticut Robusto ist sie allerdings hellorange. Die Lichtverhältnisse haben mir beim Fotografieren einen Streich gespielt – sorry! Hier ein Originalfoto des Herstellers:

Camacho Connecticut Robusto

Die Betrachtung

In Cellophan geschützt fällt auch bei dieser Camacho die riesige Anilla auf. Der hellorange Hintergrund mit schwarzer Schrift sticht unweigerlich ins Auge. Das Deckblatt ist perfekt verarbeitet, feinadrig und hellbraun.

Camacho Connecticut Robusto

Das Glimmen

Der Zugwiderstand ist leicht (für mich persönlich zu leicht), stört im Verlauf des Smokes jedoch nicht weiter. Die Rauchentwicklung ist üppig und gehört zu dieser Zigarre einfach dazu. Die Asche ist hellgrau bis mittelgrau und fest. Sie fällt erst etwa zur Hälfte der Zigarre ab. Der Kegelabbrand ist perfekt, obwohl sie Scheifbrand hat. Der wird mit der Flamme vorsichtig immer wieder korrigiert.

Camacho Connecticut Robusto

Der Geschmack

Die Camacho Connecticut Robusto startet ausgesprochen mild, etwas sanft bitter und sanft salzig. Irgendwie schmeckt sie leicht „grasig“. Im Verlauf des Smokes bis etwa zur Hälfte entwickelt sich eine angenehme, jedoch sehr sanfte Süsse, die sich mit sanftem Bitter, Salz und einen Hauch von Säure vermischt. Die Melange ist angenehm, verleitet mich jedoch nicht dazu in Jubel zu verfallen. Aber das muss man ja auch nicht bei jeder Zigarre. Einfach mal ganz entspannt ohne drüber nachdenken einen angenehmen, leichten Smoke geniessen. Etwa ab der Hälfte wird die Camacho Connecticut Robusto allerhöchstens sanft-medium in der Stärke.

Camacho Connecticut Robusto

Insgesamt

Wir werden keine Freunde. Sie ist mir zu einfach gestrickt. ABER für alle, die einen unkomplizierten, sanften Smoke mögen ist sie perfekt (abgesehen vom Schiefbrand, den man immer wieder korrigieren sollte).

Vasilij-Hut-01Have a good Smoke, Vasilij